richtlinien herausgegeben werden. Diese haben in erster Linie er-
zieherischen Wert, eine besondere Kalkulation bleibt dem Einzel-
betrieb in der Regel nicht erspart.
Wenn wir die Tätigkeit eines Malerbetriebes unter dem Ge-
sichtspunkte Materialwirtschaft, Fertigungswirtschaft, Verwaltungs-
wirtschaft betrachten, so können wir feststellen, daß die Fertigung
im Malerhandwerk den weitaus größten Raum einnimmt. Die Kal-
kulation hat sich deshalb in erster Linie auf eine möglichst genaue
Erfassung der Zeitaufwendungen zu konzentrieren, doch findet heute,
im Gegensatz zu früher, auch die Materialwirtschaft größere Beach-
tung,
Eine genaue Erfassung des Materialverbrauches macht insofern
Schwierigkeiten, als er in sehr starkem Maße abhängig ist von der
Qualität des verwendeten Materials, von der Beschaffenheit des
Untergrundes, der Temperatur (Witterung) und von der Arbeits-
weise des mit der Ausführung des Auftrags betrauten Arbeiters.
Wohl sind von Innungen und Verbänden Tabellen über Mate-
rialverbrauch herausgegeben worden, doch ist eine Kontrolle des
für einen Auftrag aufgewendeten Materials, die am zweckmäßigsten
durch. Material-, bzw. Auftragszettel durchgeführt wird, unerläßlich.
Die Höhe der einzusetzenden Materialkosten ist aber nicht allein
vom Verbrauch abhängig, sondern in stärkstem Maße von der Wirt-
Schaftlichkeit des Materialeinkaufs. Durch Deckung des Material-
bedarfs bei den zahlreich bestehenden Malereinkaufsgenossenschaf-
ten erwachsen dem Einzelbetrieb in bezug auf Qualität und Preis oft
große. Vorteile.
Früher wurde vielfach angenommen, daß auf eine gewisse Lohn-
summe ein bestimmter Materialverbrauch entfalle, so daß man einen
bestimmten Prozentsatz der verausgabten Lohnsumme als Material-
verbrauch rechnete. Daß dadurch Ungenauigkeiten in die Selbst-
kostenrechnung hineingetragen wurden, braucht nicht besonders er-
wähnt zu werden, Eine Differenz zwischen dem errechneten und
tatsächlichen Materialaufwand mußte immer auftreten, sobald Lohn
oder Materialpreisschwankungen auftraten, abgesehen von den ver-
schieden hohen Preislagen der einzelnen Materialien.
Im Malergewerbe wird hauptsächlich nach Zeitlohn gerechnet,
seltener kommen Akkordlohnarbeiten vor. Während die innerhalb
der Werkstätte aufgewendete Zeit ziemlich leicht erfaßt werden
kann, bereitet die Feststellung der für Außenarbeiten aufgewende-
ten Zeiten größere Schwierigkeiten. Durch Verwendung von beson-
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