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Von besonderem Interesse ist schließlich noch die Fruchtfolge
auf den Ländereien, die der Zuckerrohr- und Tabak-Groß kultur
dienen. Nach der Ernte dieser Gewächse werden auf Java die
Felder meist den Arbeitern und Eingeborenen überlassen, die
sie nun sofort durch Aufwerfen von Dämmen und Zuleitung
von Wasser in Sawahs umwandeln. Wenn genügend Zeit vor-
handen ist oder nicht hinreichend Wasser zur Verfügung steht,
was während des Ostmonsuns oft der Fall ist, werden die Zucker-
rohrfelder zunächst für 2—3 Monate mit Leguminosen (Arachis
u. a.) bepflanzt. Im April muß jedenfalls der Reis geerntet sein,
da dann wieder die Bearbeitung der Felder für das Zuckerrohr
erfolgt. Die Felder sind meist so eingeteilt, daß während der
Hauptvegetationszeit im Westmonsun die eine Hälfte des Areals
mit Zuckerrohr, die andere mit Reis bedeckt ist. Ähnlich wird
der Wechselbau auf dem Tabakgelände in den Vorstenlanden
gehandhabt. Auch hier ist jedes Feld in zwei Teile geteilt; auf
dem einen wird Tabak gebaut, auf dem andern eine andere
Feldfrucht, und indem diese Hälften jährlich vertauscht werden,
kommt man auf demselben Boden alle zwei Jahre auf Tabak
zurück, während er in der Zwischenzeit für andere Kulturen
frei ist. Auch hier ist die gewöhnliche Wechselfrucht der Wasser-
reis, nur daß zwischen zwei Tabakperioden dreimal hinterein-
ander Reis gebaut wird. In neuerer Zeit hat die Deli-Maatschappij
auf Sumatra Trockenreis als Wechselfrucht im großen auf ihren
Tabakfeldern versucht.
In diesem Zusammenhange sei noch der Benutzung der ab-
geernteten nassen Reisfelder zur Fischzucht gedacht. Auf
Java zieht man Goldfische, die bei der mohammedanischen, dem
Schweinefleischgenuß abholden Bevölkerung als Zuspeise zur
Reistafel außerordentlich beliebt sind. Die Fischbrut setzt man
entweder in die mit Reis bepflanzten oder in die abgeernteten
Sawahs. In letzterem Falle werden nach der Ernte sogleich die
Sawahdeiche ausgebessert und das noch auf dem Felde stehende
Reisstroh nebst Unkraut in einem Streifen von 3—4 Fuß Breite
längs der Deiche niedergeschlagen, während der übrige Pflanzen-
wuchs stehenbleibt. Nach der Überflutung entwickelt sich eine