durch die Reichsbank es möglich machten, die Milliarde am
31. August 1921 voll zu zahlen.
Diese ungeregelte und kurzsichtige Finanzierung sollte bald
üble Folgen haben, Sie hatte den Devisenmarkt in Deutschland
ruiniert, Nunmehr galt es, den ausländischen Bankiers die kurzfristigen
Kredite zurückzuzahlen. Das ging nur mit Hilfe starker
Markverkäufe, So kam es, daß im September 1921, obwohl
Zahlungen für Reparation einstweilen nicht mehr zu leisten waren,
ein noch schärferer Fall der Mark eintrat. Der Dollar, der vor dem
Juni monatelang etwa 60 Mark gegolten hatte, stieg auf über
100 Mark,
Die zweite Aufgabe der deutschen Regierung war, das Verhältnis
zu dem im Londoner Ultimatum geschaffenen Garantiekomitee
der Reparationskommission zu regeln. Das ließ sich
zunächst ganz gut an, Das Komitee unter dem Vorsitz des französischen
Delegierten Mauclere begab sich im Juni 1921 nach
Berlin, wo in sachgemäßer Arbeit gründliche Besprechungen stattfanden,
In mehreren Noten an den Reichskanzler vom 28. Juni
bestätigte das Komitee ein Abkommen, welches nicht nur die
Zahlungen für die Zeit bis zum 1. Mai 1922 erträglich zu regeln
schien, sondern auch die gefährliche Klippe der Kontrolle über die
deutschen Finanzen weise umging, Das Komitee stellte fest, daß
unter Anrechnung der auf 1,2 Milliarden Goldmark im Jahre
geschätzten Sachleistungen und der Eingänge aus dem englischen
Recovery Act nur noch etwa 300 Millionen Goldmark bis
zum 1, Mai 1922 in bar zu zahlen seien und daß deshalb die
verpfändeten Einnahmen erst gegen Ende 1921 abgeführt werden
sollten, Für die späteren Jahre einigte man sich dahin, daß es
genüge, wenn die deutsche Regierung für die Reparation eine
Reihe von bestimmten Abgaben wie Kapitalsteuer, die Steuern auf
Zucker, Tabak und Alkohol, die Kohlensteuer und die Umsatzsteuer
mit 50 Prozent ihres Ertrages als Sicherheit zur Verfügung
stelle. Das Komitee verzichtete vorläufig auf die wirkliche
Erhebung einer allgemeinen Ausfuhrabgabe von 25 Prozent und
erklärte sich damit einverstanden, daß die deutsche Regierung
ratenweise den Gegenwert von 25 Prozent der Ausfuhr in Devisen
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