führen, Deshalb waren ihm jetzt Verhandlungen über dieReparation
ungelegen, Theunis erreichte in Brüssel aber doch wenigstens die
Zustimmung Poincares zur Uebergabe der Belgischen Studien an
England und zur Aufnahme von Besprechungen zwischen den
Alliierten,
Das deutsche Memorandum vom 7, Juni war für Poincare
natürlich ein rotes Tuch. Schon am selben Tage erteilte er seinen
Botschaftern in London, Rom und Brüssel den Auftrag, zu er-
klären, daß die deutsche Note völlig unannehmbar sei. Sie ent-
halte erstens keine Verpflichtung zur Aufgabe des passiven Wider-
standes, zweitens biete sie keine bestimmten Beträge an, drittens
wolle sie die Reparationskommission durch internationale Sach-
verständige und eine Konferenz ersetzen, viertens spreche sie nur
von theoretischen Pfändern, die den Gläubigern‘ nicht ausge-
händigt würden und keine Sicherheit böten. Jedoch ließ sich
Poincare durch Belgien und England dazu bewegen, von einer
sofortigen Antwort an Deutschland abzusehen und die nötigen
Schritte mit den Verbündeten zu beraten. Innerlich aber blieb
er ganz der Alte, Durch eine Note vom 10. Juni ließ er in London
und Brüssel, erklären, Deutschland müsse erst den passiven
Widerstand aufgeben, ehe man ein Reparationsprogramm auf-
stellen könne, Alsdann aber müsse Deutschland eine Anzahl
seiner Einkommenquellen den Alliierten direkt überlassen. Und
dafür stellte er folgende Liste auf:
1, Die Eisenbahnen links vom Rhein seien einer Gesellschaft
zu übergeben, an der Frankreich, Belgien, England und
vielleicht auch die Rheinländer teilnehmen sollten:
2, die deutsche Großindustrie müsse bestimmte Kohlen-
gruben im Ruhrgebiet dem Reiche übertragen, damit sie
ebenfalls durch eine interalliierte Gesellschaft betrieben
würden:
3. die Sachlieferungen seien in bestimmtem Umfange wieder
aufzunehmen;
4. die Zölle seien in Gold zu erheben und den Alliierten zu
übergeben;
Ban
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