Full text: Recht der Schuldverhältnisse (Bd. 2)

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VIL W6{hnitt: Einzelne Schuldverhältnifje, 
0, 8), Mit erforderlih ift dagegen, daß die Berfon des 
Släubiger8 und der Betrag, bis zu welchem die Bürg[dhaft über- 
nommen wird, aus der Urkunde felbft unmittelbar hervorgeht; es 
genügt vielmehr, wenn dieje Tatfachen auZ der Urkunde in Ver- 
bindung mit anderen Umftänden im Wege der Auslegung (& 133) 
antnommen werden Xfönnen (vgl. Urt. d. OL®. Da bont 
23. Dezember 1901 und vom 24. Kuni 1907, Urt. d. OLG, Braun- 
jchweig vom 11. Juni 1909, Seuff. Arch. Bd. 57 Nr. 148, Bd. 64 
ir. 90, 193; 1. au Sur. Wichr. 1898 S. 290). Wehnlich Urt. d. 
KeichSger. vom 12, Februar 1906 RNOE. Bd. 62 S, 382 ff.; „Immer- 
hin muß e3 dabei bleiben, daß die nach & 765 BGB. weijentlichen 
Merkmale des BürgidhaftSvertragsS fich aus der Urkunde felbit über- 
haupt irgendwie ergeben mülen. Insbefondere fann_ durch eine 
Urkunde, in der der Gläubiger nicht in irgendeiner Weije bezeichnet 
ft,  niemal8 die in $ 766 erforderte Schriftform ergeftellt 
werden . , . € mag fein, daß, wenn Die Hauptichuld in der 
Urtunde im übrigen individuell Hinlänglich bezeichnet ift und die 
Bin des ©läubiger8 diefes Forderungsrecht® außerdem unter den 
ontrahenten fhon feltftand, man darin he auch fhon eine ge 
nügende urkundliche Bezeichnung des Gläubigers finden Könnte“ 
ff. auch Urt. d. N en bom 11. Mai 1906 Kecdht 1907 S. 886 und 
vom 3. Mai 1909 RGE, Bd. 71 S. 115: „Der redhtsgefchäftlidhe Yn= 
halt der Verpflichtung muß, wenn auch unter Zuhilfenahme außer- 
halb der Urkunde liegender Umftände, aus der Urkunde {elbit er- 
fennbar EN f. ferner Urt, d. OLG. Samburg vom 1. Mürz 
1909 Mfpr. d. OLG. Bd. 20 S. 235). 
Neber die Zuläffigkeit der Bürgfchaft zuguniten eines erft 
auSzumittelnden DarlehenSgeber8 1. Bem, 6, a, ß zu $ 765. 
NidGt erforderlich ift ferner, daß der NechtsSgrund der Schuld, 
für welche die Bürgihaft übernommen wird, in der Bürgihaft8- 
urkunde erwähnt wird (ebenjo Dernburg 8 285, IN, Goldmann-Lilien- 
thal S. 812 Anm. 8, Crome $ 295 Anm. 33, Urt. d. DLG. Karlsruhe 
vom 2. November 1903 Seuff. Arch, Bd. 59 Nr. 80; and. An]. Scholz 
meyer S. 171 mit der een Begründung, daß außerdenı 
nicht erkennbar fei, weldhe von mehreren Schulden des Gaupt/huldners 
a fet; unentichieden Urt, d. Neichsger. vom 8. März 1904 RGET. 
Bd. 57 S. 258 ff., 1. au Neumann Note 2, a). ; 
Durch EN auf eine frühere, noch in Händen des 
SlöäubigerS befindliche Urkunde über eine bereits erledigte Bürg- 
haft wird der Formvorfchrift des 8 766 nicht SGenüge geleiftet (Urt. 
5. Neichsger. vom 29. September 1904 RGE. Bir. 59 S. 42 ff.; 1. 
5. DLS. Braunihweig vom 22. Oktober 1903 echt 1903 
S. . 
Erfolgt die Nebernahme der Bürgichaft durch einen Vertreter, fo 
muß die Vollmacht auf fOriftlihe Erteilung der Vürgfchaftserklärung 
IS .n (Urt. d. Neichsger. vom 27. AWpril 1903 Fur. Wichr. 1903 
eil. S. 80). 
c) Nebenabreden fallen infoweit unter & 766, als durch fie die Verpflich- 
tungen des Bürgen über das gefeßlidhe Maß bhbinauz erweitert werden; 
im ‚gepenteiligen alle find fie wirffam, au wenn fie nur mündlich ge 
iroffen morden jind, weil c8 fich infoweit nur um einen Verzicht des 
Släubiger3 Handelt (ebenfo Urt, d. Reichager, vom 15. März 1909 und vom 
3. Sanıar 1910, Warneyer Erg.-Bdb. 1909 S. 309, 1910 S. 121, Urt. d. DLSG. 
Kolnar vom 12. April 1910 Recht 1910 Nr. 1557, Dernburg $ 285, HL, 
Crome S. 872, Schollmeyer S. 171, Neumann Note 2, a, Dertmann Bem. 1, 
b, d und nunmehr auch Pland Bem, 5; |. auch Brückner, Necht 1900 S. 343, 
KRITIK 94 und das nicht Se En begründete Urt. d. DLG®., Bofen vom 
14. März 1901 IYpr. d. DLG, Bd. 2 S. 283 ff . | 
Die gleichen SGrundjäße gelten für die Wirkffamkeit nachträglicher 
YAbänderungen des ur]prünglidhen BürgihaftsSvertrags (Urt. 
d. DLG. Hamburg vom 31. Januar 1910 MRipr. d. VL®, Bd. 20 S, 242); 
daher bedarf 3. DB. der Schriftform die Erklärung des Bürgen, inhaltlich 
deren er einen früheren FJälligkeitstermin der Bürgichaftsfchuld bewilligt 
‚ogl. Urt, d. Meichsger, vom 25. Juni 1903 Bl. f. RAU. Bd. 69 S. 403 ff. 
Sur, Wichr. 1903 Beil. S. 108], Urt. d. OLG. Karl8rube vom 8. Oktober 
j)
	        
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