Full text: Der Weg der Reparation

Ruhepause mit der Fortsetzung erheblicher Sachlieferungen zu 
vereinbaren? 
Die Frage, wie die Sachleistungen in den ersten Jahren finanziert 
werden könnten, hat den Sachverständigen viel Arbeit gemacht. 
Die Lösung, die sie schließlich vorgeschlagen haben, 1äßt ihr 
Dilemma deutlich erkennen, Sie haben sich damit geholfen, daß sie 
die Zahlungen der Eisenbahn und der Industrie in viel schnellerem 
Tempo für die Reparation heranzogen als die Zahlungen aus dem 
Reichshaushalt, Hier finden wir das Dogma der Alliierten wieder, 
daß die schuldenfreie Eisenbahn und die schuldenfreie Industrie 
nur in geringem Maße ‚schonungsbedürftig und von vornherein 
leistungsfähig seien, 
Der Reichshaushalt selber genießt unter dem Dawesplan ein 
ziemlich durchgreifendes Moratorium, Er ist in den ersten zwei 
Jahren vollkommen frei von der Reparation, Im dritten Jahre führt 
er aus .den verpfändeten Zöllen und Steuern nur 110 Millionen, 
im vierten Jahre 500 Millionen an die Reparationskasse ab, 
Die Zahlungen dieser beiden Jahre können sich aber bis zur 
Höhe von 250 Millionen Goldmark nach oben oder unten ändern, 
je nachdem sich die verpfändeten Zölle und Steuern entwickeln, 
Bringen diese im dritten Jahre (1926/27) mehr als eine Milliarde, 
im vierten Jahre (1927/28) mehr als 1% Milliarde, so ist der dritte 
Teil eines solchen Ueberschusses als weiterer Beitrag für die 
Reparation zu zahlen, Betragen die Einkünfte weniger als die ge- 
nannten Summen, so wird der dritte Teil des Fehlbetrages von der 
Reparationszahlung des Haushalts abgezogen. Alle diese Aende- 
rungen aber halten sich innerhalb der Grenze von 250 Millionen, 
Erst im fünften Jahre beginnt die normale Reparationsleistung 
des Haushalts mit 1250 Millionen Goldmark, 
Die Eisenbahn soll nach dem Gutachten der Sachverständigen 
ihre Reparationsschuld von elf Milliarden Goldmark 
im ersten Jahre schon mit 3 Prozent 
im zweiten Jahre mit ,.. 4 Prozent 
im dritten Jahre mit... . 5 Prozent 
verzinsen. Im vierten Jahre tritt‘ dazır die jährliche Tilgung der 
2796
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.