Full text : Der Weg der Reparation

daß Verträge abgeschlossen seien, welche die Zeichnung der
Reparationsanleihe von 800 Millionen Goldmark gewährleisteten.
Die Erklärung erfolgte plangemäß am 13. Oktober.
Am 28, Oktober endlich konnte die Reparationskommission
feststellen, daß die französische und die belgische Regierung dem
Londoner Abkommen gemäß die nötigen Maßnahmen für die
Wiederherstellung der finanziellen und wirtschaftlichen Einheit
Deutschlands durchgeführt hätten.
Schrittweise wurden alle Eingriffe in die Verwaltung und
Gesetzgebung der besetzten Gebiete seit dem 11. Januar 1923
beseitigt, Die deutschen Behörden, vor allem die Zollverwaltung,
traten wieder in Funktion, Am 9, September fiel die Zollinie
zwischen dem besetzten und dem unbesetzten Gebiet. Alle Bergwerke,
 Kokereien und die sonstigen wirtschaftlichen Unternehmungen,
 die von den Besatzungsmächten zwangsweise ausgebeutet
 waren, wurden an die Eigentümer zurückgegeben. Ferner
waren alle Einrichtungen der Besatzungsmächte für die Erhebung
und Verwaltung von Abgaben und die Beschränkungen des Verkehrs
 im besetzten Gebiet aufzuheben. Damit fanden auch die unseligen
 Micumverträge ihr Ende, Sie waren seit dem 15. April 1924
mehrfach verlängert worden, schließlich auch mit einigen Milderungen
 in den Geldabgaben, Aber die Zwangslieferungen von
Kohle und Koks gingen bis zum Inkrafttreten des Dawesplanes
weiter,
Während der Uebergangsperiode bis zum 28, Oktober 1924
hatte die deutsche Regierung monatlich ein Zwölftel der im Dawesplan
 vorgesehenen ersten Annuität von 1000 Millionen Mark, d. h.
rund 83 Millionen Mark an den Generalagenten abzuführen. Angerechnet
 wurden darauf die Abgaben, welche die französischbelgische
 Verwaltung im besetzten Gebiete seit dem 1, September
noch erhob, ferner die Eingänge aus dem Reparation Recovery
Act und die deutschen Leistungen für die Besatzungsheere, Alle
diese Zahlungen sind später der deutschen Regierung aus dem
Erlös der Reparationsanleihe wieder vergütet worden. Die Anordnung
 war nötig, um während der Uebergangszeit den Fortgang
der Sachlieferungen zu sichern. So war es auch möglich, trotz

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