land seiner Zahlungspflicht nachkommen könne, Daraus würde
sich dann zwanglos die Möglichkeit ergeben, im Benehmen mit
Deutschland einen Zahlungsplan aufzustellen, ohne daß von
vornherein ein bestimmter deutscher Vorschlag gemacht werden
müsse. Ich habe diese Anregung bei der deutschen Regierung
nachdrücklich vertreten, aber ohne Erfolg. Vielleicht war es bei
der allgemeinen politischen Aufregung schon zu spät dazu, zu-
mal auch die Reparationskommission nach der Konferenz von
London sich auf höheres Geheiß offiziell auf den Buchstaben des
Versailler Vertrages versteifte und hintereinander eine Reihe von
Forderungen erhob, die allesamt unerfüllbar waren, Die Kom-
mission glaubte damit der Oeffentlichkeit nachweisen zu müssen,
daß sie die ihr im Vertrage von Versailles zugewiesenen Aufgaben
pflichtmäßig erledigt habe,
In erster Reihe handelte es sich um die 20 Milliarden Gold-
mark, welche Deutschland bis zum 1, Mai 1921 zu zahlen hatte,
Wie erwähnt, war schon in Spa eine deutsche Aufstellung der ge-
machten Zahlungen, Lieferungen und Abtretungen vorgelegt
worden, die darauf hinauslief, daß Deutschland bereits mehr als
die 20 Milliarden geleistet habe. Auf eine weitere Mitteilung
der deutschen Regierung vom 20, Januar 1921, die zu ungefähr
dem gleichen Ergebnis kam, antwortete die Reparationskom-
mission am 26. Februar 1921, daß sie noch nicht in der Lage sei,
endgültig festzustellen, wieviel von den bisherigen deutschen
Leistungen auf die 20 Milliarden anzurechnen sei, Schon jetzt
aber könne sie erklären, daß höchstens acht Milliarden für die
Anrechnung in Betracht kämen, Deshalb seien noch 12 Milliarden
bis zum 1, Mai 1921 zu zahlen. Deutschland solle sich äußern,
wie es diesen Betrag begleichen wolle, Als die deutsche Re-
gierung dabei beharrte, daß sie schon mehr als 20 Milliarden
gezahlt habe, verlangte die Reparationskommission am 15, März
kategorisch die Zahlung von 12 Milliarden Goldmark, Zunächst
sei bis zum 23, März, d. h. innerhalb von acht Tagen eine
erste Anzahlung von einer Milliarde Goldmark in französischen
Franken, Pfund Sterling und Dollars zu leisten. Bis zum 1, April
seien Vorschläge zur Bezahlung der restlichen 11 Milliarden
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