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Das Inventar.
stimmten Wirtschaftszwecken, sind Vermögen und Kapital fort
gesetzten Veränderungen unterworfen, Veränderungen, die in
ihrer Gesamtheit zu dem Erfolg der Unternehmung führen, das
anfängliche Kapital durch Gewinn vermehren, durch Verlust
vermindern.
Grundlage einer jeden Erwerbswirtschaft ist somit ein Ver
mögen (Kapital im volkswirtschaftlichen Sinne), dessen Größe
und Einzelteile bei Beginn des Gewerbebetriebes festzustellen
sind. Da auch der Wirtschaftserfolg zeitweilig zu ermitteln ist,
so muß notwendig eine periodische Feststellung des Kapitals und
seiner Teile erfolgen, um durch Vergleichung mit dem zu Beginn
der Wirtschaftsperiode vorhandenen Kapital dessen Zu- oder
Abnahme bestimmen zu können.
Für die Rechnungsführung einer Erwerbswirtschaft ist
daraus zu folgern:
a) Die Rechnungsführung einer jeden Unternehmung beginnt
und endigt mit der Feststellung des Vermögens, der Schulden
und ihrer Teile sowie des Kapitals. Das Verzeichnis der
Vermögensbestandteile und der Schulden, das Inventarium x ),
ist eine wirtschaftlich natürliche und rechtlich notwendige
Forderung (§ 39 RGB.).
b) Das Inventarium, eine Analyse des Vermögens und der
Schulden, ist vom System der Rechnungsführung unab
hängig (vgl. S. 10).
c) Die materielle Richtigkeit des „rechnerisch“ ermittelten Wirt
schaftserfolges (Reingewinn, Reinverlust des Wirtschafts
jahres) und des „berechneten“ Kapitals ist ausschließlich ab
hängig von der richtigen Feststellung des Plus- und Minus
vermögens bei Beginn und am Ende des Wirtschaftsjahres.
Sie wird durch einen außerhalb der B. liegenden Faktor be
ll Der natürliche Ausgangspunkt der Rechnungsführung einer Er
werbswirtschaft ist die Feststellung des Vermögens, das dem Erwerbszweck
dienen soll. Auch das Gesetz fordert den Nachweis des Vermögens und
der Schulden bei Beginn des Geschäftsbetriebes (§ 39 HGB.). Überdies
verbindet die doppelte Buchführung das Anfangsinventar mit den Konten,
das seinem Inhalt nach Mittel zum Zweck des Erfolgsnachweises ist. Diese
Gründe lassen es gerechtfertigt erscheinen, die Darstellung mit dem Inventar
zu beginnen.