Full text: Der Produktionsprozeß des Kapitals (1.1928)

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darf über die Grenze Dummes Pack! 
Nicht für zehn Prozent hätt' ich das Geld ge 
geben. Ich glaube, die neue Anleihe ist doch 
ein ganz gutes Geschäft." — 
Die russische Presse, in Deutschland vertreten 
durch den Berliner Börsencourier: „Der Abschluß 
der neuen russischen Anleihe .... wird voraus 
sichtlich in der Oeffentlichkeit zu lebhaften Dis 
kussionen Anlaß geben, ob dem deutschen Publi 
kum die Beteiligung an der Anleihe zu empfehlen 
sei oder nicht Niemand wird offenkundige 
Mißstände in Abrede stellen und die äußeren 
und inneren Gefahren, von denen Rußland 
augenblicklich bedroht wird, ableugnen können. 
Trotzdem ist alles Gold, was glänzt. 
Alle russischen Budgets haben be 
deutende Ueberschüsse ergeben, die nur von ganz 
revolutionären Charakteren angezweifelt worden 
sind Im Vergleich zur starken Schulden 
vermehrung anderer Großstaaten war die Aus 
gabe neuer Anleihen in Rußland bis zum Aus 
bruch des Krieges nur im mäßigen Umfang 
erfolgt. Nur durch politische Gegnerschaft kann 
es erklärlich, wenn auch nicht entschuldbar ge 
macht werden, daß einzelne Querköpse die russi 
schen Eisenbahnobligationen mit zu diesen 
Schulden rechnen Bei dem außer 
ordentlich entwickelten Pumpgenie Rußlands 
darf mit Sicherheit erwartet werden, daß es 
ihm ein leichtes sein wird, auch weitere Mittel 
zu erhalten Die Beziehungen zwischen 
Rußland und Deutschland können als beinahe 
turmhohe Freundschaft bezeichnet werden 
Wer praktische Politik treiben will, muß russische 
Anleihen kaufen: Wer nicht wagt, der nicht 
gewinnt, wer nicht pumpt, wird keine Waren 
los Rußland ist ein Kulturstaat ersten 
Ranges. Seit langem sind dort alle privaten 
Diebstähle untersagt." — 
Vossische Zeitung, Annoncenteil der Aus 
gabe vom 29. Dezember: „Ein akademisch 
gebildeter Herr, der im russischen Marine 
ministerium die besten Verbindungen hat, emp- 
Russische 
Presse in 
Deutschland 
Ein Dokunient 
der Kor 
ruption
	        
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