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Belgien (Industrie, Handel).
mechanische Einrichtungen, außerdem cm
400 Schiffe geliefert. Sie können jährlich
100 Lokomotiven, 70 Dampfmaschinen,
1500 verschiedene Maschinen, 8000 metr.
Tonnen Brückenbestandteilc, Drehschei
ben rc., 14 See- oder Flußschiffe, Panzer
oder Kriegsschiffe herstellen. 1879 bewegte
der Handel mit diesen Fabrikaten folgende
Mengen (in Millionen Kilogramm):
Einfuhr Ausfuhr
Stuhl 4,3o 33,io
Stahlwaren . . 0,68 3,ss
Schmiedeeisen . . 8,4i 193,14
Eisenwaren. . . 5,46 37,26
Maschinen . . . 7,86 39,48
Zusammen: 26,71 306,93
Der Gesamtwert dieser Ausfuhr bezifferte
sich auf rund 141 Mill., während der
Einfuhrwert kaum 10 Mill. Mk. erreichte.
Hierbei ist der Handel mit Waffen nicht
eingerechnet, der in der Einfuhr 1,9 Mill.,
in der Ausfuhr 11,1 Mill. Mk. wertete.
Mit über die Landesgrenzen hinausrei
chender Bedeutung sind ferner hervorzu
heben: die Baumwollspinnerei und
-Weberei, Papierfabrikation und Glas
fabrikation. Der Import von Rohbaum-
lvolle bezifferte sich 1878 auf 43,2 Mill.
Pfd.; in den zahlreichen Spinnereien ar
beiteten 1880, meist in Gent und im Ar
rondissement Nivelles, 800,000 Spindeln.
Die Weberei hat ihren Sitz ebenfalls in
Gent, dann in Courtrap, Brüssel u. a. O.
und arbeitet, wie die Spinnerei, ansehn
lich für den Export. ES wurden 1878
eingeführt ausgeführt
Baumwollgarn . . 550000 841000 Kilogr.
Baumwollgewebe .1470000 3 853000 -
Eine Specialität sind die ansgezeichucten
Spitzen (»Brüsseler Spitzen«), die sich
durch Leichtigkeit, Weiße und Feinheit
auszeichnen. Einen großen Aufschwung
hat die P api e rfabrikati 0 n genommen,
welche ihre Centren in Lüttich und Brüs
sel hat. Sie liefert bedeutende Quan
titäten für den Export. Der Handel wer
te te 1878 in der Einfuhr 2,700,000
Mk., in der Ausfuhr 16,800,000 Mk.
Als einer der hervorragendsten Erwerbs-
zweige steht die Glasindustrie da, de
ren Produkte im internationalen Han
del eine sehr hohe Stelle einnehmen. ES
waren 1874: 66 Glashütten im Betrieb,
darunter 6 große Fabriken für Krystall-
und Hohlglas. Hinsichtlich der Tafelglas
fabrikation steht B. an der Spitze aller
Länder, mit gewöhnlichem Fensterglas do
miniert es auf dem Weltmarkt. Gnßspie-
gel von ausgezeichneter Qualität liefern
vier sehr große Fabriken. Die Ausfuhr
dieser Fabrikate, welche sich in den letzten
Jahren auf ziemlich gleichmäßiger Höhe
erhielt, sich aber bei feinem Glas nahezu
um das Dreifache vermehrte, betrug 1879
Mir SpiegcígM 2,800,000 9Rf., Wer
und Tafelglas 829,749 Etr., Bouteillen-
glas 8318 Etr., ordinäres gefärbtes Glas
19,152 Etr., feines Glas 24,605 Etr. Der
Wert des Handels betrug 1878 in der
Einfuhr 0,89 Mill. Mk., in der Ausfuhr
31,65 Mill. Mk. Dagegen arbeiten die
(1874) 2530 Bierbrauereien und 366
Branntweinbrennereien (266 landwirt
schaftliche und 100 andre) mehr für den
einheimischen Konsum. — Die bestehende
allgemeine Gewerbefreihcit datiert schon
aus der frühern Bereinigung mit Frank
reich. Dieselbe ist nur an bestimmte Ge
werbevorschriften, teils mit Gesetzeskraft,
teils in der Form von Instruktionen für
die Staats- und Kommunalbehörden, ge
bunden. Als wirksamer Hebel besteht sin
Brüssel der Verein zur Beförderung der
Nationalindustrie.
Handel.
Die glückliche Lage zwischen dem Norden
und Süden Europas und zwischen Konti
nent und Westeuropa hat den Handel in
wunderbarer Weise gefördert. Die lästige
Abgabe von Vh Fl.'pro Tonne für jedes
in die Schelde einlaufende Schiff, welche
B. nach dem Londoner Vertrag von 1839
an Holland zu zahlen hatte, wurde 1863
durch Rückkauf beseitigt; auch die Gleich
stellung holländischer und belgischer Schiffe
auf den Binnengewässern zwischen Schelde
und Rhein wurde durch eine Rente von
600,000 Fl. erkauft. Seitdem hat sich
der belgische Handel in großartiger Weise
entwickelt und zwar, Ein- und Ausfuhr
zusammengenommen, durchschnittlich für
die nachstehenden fünfjährigen Abschnitte
und das Jahr 1878 wie folgt (in Millio
nen Mart):