Full text: Die Lagerstätten von Wolfram, Zinn und Molybdän in Russland

5 Verwendung, Vorkommen und Gewinnung von Wolfram — 
bereitungsverfahren genügen heute bereits den technischen An- 
forderungen; sie ändern sich nach dem Erzgehalt des Ganges, 
der Art des Erzes und den bei der Förderung erzielten jeweiligen 
Nebenprodukten. In einfachen Fällen begnügt man sich mit 
Waschen, zumeist kommen Komplikationen hinzu und dann muß 
zu technisch langwierigeren Verfahren gegriffen werden. Der 
erste Fall genügt bei grobspätigen, von sulfidischen Nebenerz- 
beimengungen nicht verunreinigten Wolframerzen, hingegen muß 
bei der Anwesenheit von Zinn, Kupfer, Blei, Zink, Wismut; Arsen 
und Molybdän das Erz geröstet und nachträglich magnetisch 
angereichert werden. Schwieriger gestaltet es sich bei in der 
Gangart feinverteilten Erzgemengen, wo der Röstung und magne- 
tischen Aufbereitung noch Konzentration durch Setzmaschinen 
und Schüttelherde (Frue Vanner) vorhergehen muß. Die Ver- 
hüttung der Erze bereitet keinerlei besondere Schwierigkeiten. 
Sie führt zur Herstellung von reinem Wolframmetall mit ungefähr 
96—99,5 % W, ausschließlich in Form von Wolframpulver. Nach 
einem anderen Verfahren stellt man auch kompakten geschmol- 
zenen Wolfram her und zwar in Gestalt von Wolframeisen oder 
Ferrowolfram, mit 80 % W und 20 % Fe. Das vorherrschend 
auf den Markt gelangende Wolframpulver enthält als Verun- 
reinigungen Kohlenstoff und Sauerstoff. 
Die Wolframgewinnung ist noch jung, sie fällt erst in die 
letzte Zeit der Stahlindustrieblüte. Früher galt Wolfram für ein 
seltenes Metall, mit der steigenden Nachfrage entdeckte und 
erschürfte man immer neue Lagerstätten und heute besteht 
bereits ein weitverbreiteter, gut eingerichteter Bergbau. In 
Europa erzielte eigentlich nur Portugal eine nennenswerte För- 
derung, sonst entfiel die Hauptausbeute auf die Vereinigten 
Staaten und Asien, namentlich Indien und China. In den letzten 
Jahren hat dieser Staat die Führung an sich gerissen und steht 
mit der halben Weltproduktion an erster Stelle. Die Unregel- 
mäßigkeit der Wolframitgänge bedingt eine ständige Verschiebung 
und einen Wechsel der Hauptproduktionsländer und so kann 
damit gerechnet werden, daß nach Abbau der reichsten Vor- 
kommen sich das Schwergewicht nach einem neuen Zentrum 
verlegt. Es ist deswegen geboten, nach neuen Vorkommen aus- 
zuschauen, namentlich für Deutschland, wo die hochentwickelte
	        
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