a IV. Die Wolframlagerstätte im Amurgebiet nn 15
Tonschiefer und Chloritschiefer erwähnt. Die Streichrichtung
der Schieferzone ist SO—NW (60°—72°).
Bisher hat man Erze sowohl in Seifen als auch in anstehenden
Gängen erschlossen, zumeist in Form von Scheelit. Die erz-
führenden Gänge verlaufen im Gneis, der in nächster Nähe der
Lagerstätte an die Chloritschiefer grenzt. Ihre Streichrichtung
ist bei 36—60° südlichem Einfallen südwestlich bezw. nordöstlich
(45°—70°). Alle flach einfallenden Gänge bis zu 36° haben sich
als taub herausgestellt, im Gegensatz zu den steilgestellten Gängen.
Bisher ist die Erzzone 3 km im Streichen verfolgt worden; über
ihre Breitenausdehnung liegen keine Anhaltspunkte vor.
Eine im Chemischen Laboratorium des Geologischen Komitees
ausgeführte Analyse ergab folgende Zusammensetzung:
W Orr 778,70. %
N 19,06%
Ma0O AT. 0,26 %
Fer On ZA 0,68 %
Si0, 20%
Die Analyse der Scheelitschliche ergab einen beträchtlichen,
bis zu 50 % ausmachenden Zinnsteingehalt und etwas Monazit.
Wirtschaftlich liegt die Lagerstätte wenig günstig, beträgt doch
die Entfernung bis Alexejevsk an der Amureisenbahn 650 km!
Die Wege sind im Herbst und Frühjahr teilweise unpassierbar,
anders im kalten schneereichen Winter, wo ein Schlittenverkehr
möglich ist. Bis Norsk verkehren im Sommer die Dampfer, bei
günstigen Wasserverhältnissen fahren sie sogar bis Stojba, von
wo aus die letzten 155 km reitend zurückzulegen sind. Vielleicht
wäre ein Abbau der Scheelitseifen im Zusammenhange mit den
Goldseifen denkbar. Die Lösung dieser Frage bleibt näheren
Untersuchungen vorbehalten.
V. Die Wolframlagerstätten des Transbaikalgebietes.
1. Allgemeiner orographischer und geologischer Überblick.
Zum wichtigsten Wolframbezirk Rußlands gehört das Onon-
Borsja-Gebiet Transbaikaliens, das neben Wolframlagerstätten
noch durch Zinnführung einen Ruf genießt. Geographisch umfaßt
es einen weiten, südwestlich bis nordöstlich ausgedehnten Flächen-
raum, dessen NO-Flügel genauer bekannt ist, während über den