. V. Die Wolframlagerstätten des Transbaikalgebietes nn 17
Charanor, das Zinnsteingebiet am Flusse Onon, die Wolfram-
lagerstätten des gesamten Kukulbeigebirges und die ihm nördlich
vorgelagerten Gangbezirke von Bukuka und Belucha. In seinen
nördlichen und nordöstlichen Ausläufern reicht seine Erzführung
bis in das Gebiet der FlüsseUnda und Gazimur (vergl. Fig. 2).
Klimatisch gehört der südliche Abschnitt einer Steppenlandschaft
an, die nördlich der Turga und Borsja an den Nordhängen der
Bergkuppen Waldwuchs zeigt und allmählich in den richtigen
sibirischen Urwald, die Taiga, übergeht.
Der ganze Bezirk wird als eine durch Erosion etwas gegliederte
Hochebene aufgefaßt, die einzelne, deutlich ausgebildete Berg-
ketten und Erhebungen überragen. Am geologischen Aufbau
nehmen vorwiegend gefaltete paläozoische Sedimente teil, deren
genauere Gliederung noch aussteht. Die mehr oder weniger meta-
morphen Gesteine, vorwiegend Schiefer, Konglomerate und Sand-
steine, sind gefaltet und von Granitintrusionen durchsetzt, an
die die Erzführung gebunden ist. Gleichzeitig mit der Intrusion
ist eine kontaktmetamorphe Umwandlung der an die Granite
anschließenden Gesteine vor sich gegangen. Diese legen sich
als Ring von wechselnder Breite gürtelförmig um die durch die
Erosion freigelegten verschieden großen Granitmassive. Das
Alter der Faltung wird als „herzynisch“ angesprochen und fällt
somit in den Schluß der Karbonzeit. Gleichaltrig damit sollen
die Ergüsse der nur wenig verbreiteten Effusivgesteine Sein,
was für die Granite auch zutreffen mag.
Tektonisch ist die Gegend noch ungenügend untersucht, doch
kann bereits nach den heutigen Beobachtungen gesagt werden,
daß es sich um ein Faltungsgebiet handelt. Die einzelnen Falten
sind stets nach N überkippt und sprechen für einen südöstlichen
Tangentialschub. Hingegen hat man nirgends Anzeichendisjunk-
tiver Vorgänge wahrnehmen können, auch fehlt das in der Gegend
früher vermutete Archaikum. Die jüngeren Sedimente gehören
dem Mesozikum, anscheinend Ober-Jura oder Unter-Kreide, an.
Sie haben an den tektonischen Bewegungen keinen Anteil ge-
nommen und stehen in ihrer Verbreitung hinter den übrigen
Gesteinen zurück.
Auffälligerweise ist die Wasserführung der Granite gegenüber
der der paläozoischen Schichten bedeutend reichlicher. Der
Quellen u. Studien. III. Abt. N. F. Heft 1: L. v. zur Mühlen, Lagerstätten von Wolfram etc. 2