24 Rußlands Wolframlagerstätten —
eine beträchtliche Quarzanreicherung erfahren, so daß es lokal
einer Quarzmasse mit einzelnen FF. eldspateinsprenglingen gleicht.
Vorwiegend beteiligt sich hieran Rauchquarz, doch kennt man
im zentralen Teile innerhalb einzelner Gangerweiterungen auch
Milchquarz.
Die reinen Quarzgänge sind nach den Beobachtungen Te -
tjaevs taub, hingegen konzentriert sich die Erzführung an
kaliglimmerführende Quarzzonen, in denen die Feldspäte in
Quarz und Glimmer umgewandelt sind. Aus dem verwitterten
Gestein dieser Quarzzüge gehen an der Oberfläche Glimmersande
hervor, die stets einen Hinweis auf die Erzführung geben. Diese
beschränkt sich vorwiegend auf die Kreuzungs- oder Scharungs-
stellen derartiger Gänge, wird aber auch in Gangerweiterungen
beobachtet. Von Wolframerzen kennt man neben Wolframit auch
Scheelit, über deren gegenseitiges Mengenverhältnis keine näheren
Angaben vorliegen. Beide Mineralien sind miteinander verwachsen,
wobei gewöhnlich der Wolframit als Erstlingsprodukt den Zentral-
kern bildet. Zu den Nebenmineralien des Erzkörpers und der
Salbänder zählen Flußspat, Molybdänglanz und wismuthaltiger
Arsenkies.
Die erzführenden Gängchen und Linsen zeigen einen sym-
metrischen Bau. In der Mitte liegt fast taubes Quarzgestein mit
seltenen Wolframerzeinsprenglingen. Zu beiden Seiten legen
sich die mit Erz angereicherten Quarzzonen an, durch Anreiche-
rung können hierin fast reine Erzkörper entstehen. Nach außen
findet ein allmählicher Übergang in das Nebengestein statt.
Zwischen dem tauben Quarzgestein und den erzführenden Streifen
beobachtet man Glimmerbeläge mit den gleichen Mineralien und
Flußspat. Allen diesen Gängchen fehlt die Gesetzmäßigkeit im
Streichen und Fallen. Sie entsprechen einem netzartigen, nord-
westlich streichenden Gangsystem von stockwerkartigem Charak-
ter. Die Lagerstätte beschränkt sich ausschließlich auf den Süd-
westhang des Massives, nahe der Kuppe. Infolge nachträglicher
Verwitterung können die Köpfe derartiger Gänge am Abhang
abgerutscht und umgebogen sein und dadurch leicht ein falsches
Bild ihres Verlaufes und Fallwinkels geben.
Chemisch setzt sich das Wolframit wie folgt zusammen: