—— V. Die Wolframlagerstätten des Transbaikalgebietes 61
Beryllen und einem Salband aus Quarz-Topasgestein. Auch
hier haben höhere Bildungstemperaturen mitgespielt, wobei das
granitische Nebengestein von den Umwandlungsvorgängen mitergriffen
worden ist. Eine pneumatolytische Entstehungsweise
liegt hier auf der Hand. Den Kukulbei und die Zinnsteingänge
des Ononbezirkes kennzeichnen noch gewisse Merkmale der Südlagerstätten,
allerdings gehen sie nach N allmählich verloren.
Einen schematischen Überblick all dieser Veränderungen und
Vorgänge gibt die von Tetjaev aufgestellte untenstehende
Tabelle. Hierbei sind die zum Randgebiete gehörende Lagerstätte
von Charanor und das in seinen Zusammenhängen noch unerforschte
Ganggebiet von Duldurga unberücksichtigt geblieben.
Abweichungen von dem allgemein gültigen Schema liegen vor
in der Feldspatbildung der Quarzgänge von Oldanda, die Verwandtschaft
zu den über alle Granite verbreiteten, allerdings im
Gegensatz zu Adun-Colon turmalingreisenfreien Pegmatiten zeigen.
Ferner hat die verschiedene Kontaktnähe des anschließenden
Nebengesteins durch physikalische Beeinflussung die Mineralausscheidung
unterschiedlich beeinflußt. Trotz dieser Nebenerscheinungen
zeigt die geologische Ausbildung der Erzprovinz
eine in allgemeinen Zügen unverkennbare Gesetzmäßigkeit.
In der Beurteilung der geologisch-genetischen Stellung dieser
Wolframlagerstätten sind sich die russischen Forscher nicht
einig. Tetjaev erachtet alle Gänge als thermale, höchstens
die des Serlovaja Gora als pneumato-hydatogene Bildungen.
Auch betont er die nachträgliche, durch Greisenbildung bedingte
Umwandlung der im sedimentären Nebengestein der Massive
vorkommenden Kontaktmineralien, was für eine Erzausscheidung
nach der Erkaltung der Granite sprechen soll. Trotz alledem
können noch Mineralien nach Abschluß der thermischen Kontaktmetamorphose
sozusagen im Ausklingen der Graniterstarrung
pneumatolytisch ausgeschieden seın.
Im Gegensatz hierzu hält Obrulev an einer pneumato-Iytischen
Entstehung fest. Es scheint, als ob in diesem Übergangsgebiete
beide Typen ineinander übergingen. Für den Serlovaja
Gora muß noch ein pneumatolytischer Ursprung angenommen
werden, im Kukulbei sind noch zweifelsohne neben
den hydro-thermalen noch pneumato-hydatogene Vorgänge wahrzunehmen,
wogegen diese weiter nördlich allmählich verloren gehen.