Full text: Die Lagerstätten von Wolfram, Zinn und Molybdän in Russland

— Die wirtschaftl. Bedeutung des Wolframbergbaus für Deutschland 65 
nn Deutschlands Einfuhr an Wolframerzen (Metrische Tonnen). 
1913 1922 1923 1924 
CH LEE 2 4414 2749 1387 
Portugal. 1 48 522 43 — 
Österreich‘. 10 52 — 671 (Böhmen) 
Britisch-Indien.. 4..." ."7.”- 386 _—_ — 
Australien‘, BB 54 - — 
Britisch-Malakka . ... +72 — > 
Argentinien}, : Me. 441 = = 
Großbritannien. 1. 384 — == °- 
Frankreich: , 0? © A a9 — —— - 
Bolivien. A — — 
Sonstige Staaten: 1. 904 8760 314 
Gesamteinfuhr: .... ,. . 4782 5840 3668 2373 (davon 17 t 
ausgeführt) 
Vor dem Kriege war der Handel mit metallischem Wolfram 
und Ferrowolfram z. T. in Deutschland konzentriert. Den Haupt- 
handelsplatz bildete Hamburg. Während des Krieges haben sich 
die Zentren z. T. nach London und New York verschoben. 
Die Preise der Erze schwankten, sie schnellten während der 
erhöhten Nachfrage der Kriegszeit bedeutend in die Höhe, sanken 
jedoch bald beim Eintritt der wirtschaftlichen Depression auf ein 
Minimum. Heute ist wieder ein Anziehen wahrzunehmen. 
Die obenstehenden Angaben veranschaulichen die hohe Be- 
deutung der Wolframproduktion für Deutschland und die Ab- 
hängigkeit seiner Schwerindustrie von den ausländischen Gruben. 
Es liegt im Interesse Deutschlands, einen direkten Einfluß auf die 
bergmännische Gewinnung dieses Erzes auszuüben und sich 
entsprechend der leichten Veränderung der Bergbauzentren neue 
Felder zu sichern. Rußlands Eigenbedarf an Wolframerzen vor 
dem Kriege war gering. Genau läßt er sich schwer ermitteln. 
Für die Kriegsjahre wird er nach einer Angabe auf ca. 1000 t, 
nach einer anderen auf ca. 2000 t für das Jahr veranschlagt. 
Rechnet man für das normale Wirtschaftsjahr 1913 etwa 10% 
dieser Menge, so würde der Verbrauch 100—200 t betragen haben. 
Bei dem heutigen Niedergang des gesamten russischen Wirt- 
schaftslebens dürfte diese Zahl für die Jetztzeit zu hoch gegriffen 
sein. Auch in absehbarer Zeit ist dort kaum mit einer größeren 
Wolframnachfrage zu rechnen. Es käme somit die zukünftige 
Förderung, soweit sie sich als aussichtsreich erweisen sollte, in 
der Hauptsache der Ausfuhr zugute. Mehr für den russischen 
Quellen u, Studien. III. Abt. N. F. Heft 1: L. v. zur Mühlen, Lagerstätten von Wolfram etc. 5
	        
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