6 Rußlands Zinnlagerstätten nn
diese Vorkommen hängen anscheinend zusammen und sind als
Apophysen einer größeren Intrusion aufzufassen, so auch die
Granitgänge von Malaja Kulinda, mit denen die dortigen Zinn-
gänge aufs engste verknüpft sind. Tetjaev spricht ihnen
z. T. Röhrenform zu. Sie haben stets eine Umwandlung des
schieferigen Nebengesteins bewirkt und zu einer reichen Turmalin-
bildung in ihrer nächsten Nähe geführt. Ihr beschränktes Aus-
breitungsgebiet befindet sich etwa 2 km vom rechten Ufer der
Malaja Kulinda entfernt. Abgesehen von dem Vorkommen am
Hügel Podgranitnaja kennt man vier Hauptgänge mit 330° bis
340° Nordweststreichrichtung.
Die Gangausfüllung ist selten einheitlich, gewöhnlich zeigt
sie pegmatitischen Habitus, mit unregelmäßig verteilten Quarzen,
Feldspäten und hellen Glimmern. Im Gang sind die einzelnen
Minerale häufig zonar angeordnet (Fig. 12). Auch innerhalb
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2 FÜR RT
1. Schiefer. 2. Grobkörniger Granit.
3. Feinkörniger Granit. 4. Quarz
Fig. 12. (Nach Tetjaev.)
der Granitadern treten Quarzgänge auf, an deren Salbändern
der helle Glimmer kammartige Belege bildet. Ebenso kennt
man richtige Quarz-Glimmergänge. Ihnen fehlt gleich den reinen
Quarzgängen die randliche Turmalinisierung im Gegensatz zu
den sie einschließenden Granitgängen. Der Zinnstein findet sich
sowohl im Granit als auch in der 0,2—0,3 m mächtigen Greisen-
zone. Nach Tetjaev soll er in jenem zonar angeordnet sein.
Die Mächtigkeit der Gänge ist anscheinend beträchtlich, im
Einzelfalle beträgt sie bis zu 2 m. Über den Erzgehalt liegen
keinerlei zuverlässige Angaben vor.
Tetjaev bringt die Zinnerzbildung mit wässerigen Lösungen
in Zusammenhang und beruft sich hierbei auf die Pegmatit-
Granite durchsetzenden jüngeren Quarzgänge, denen die Turmalin-
greisen fehlen und die durch lagenförmige Anordnung der Erze
gekennzeichnet sind. Das Auftreten von Zinnstein innerhalb
der Eruptivgesteine und in der Greisenzone spricht jedoch zweifels-