Full text: Die Lagerstätten von Wolfram, Zinn und Molybdän in Russland

— II. Zinnsteingänge im Kalba-Gebirge / 79 
Nach neueren Angaben von Tichonovic sollen weitere 
Schürfversuche negative Ergebnisse gezeitigt haben. Nur in 
einem einzigen Falle wurde ein Erzgehalt von 0,072 % Sn O, 
und 0,03 % WO,s festgestellt. 
IN. Sonstige Zinnvorkommen, 
Vereinzelte Zinnsteinvorkommen sind aus verschiedenen Ge- 
bieten des asiatischen Rußlands bekannt, wirtschaftliche Be- 
deutung scheint aber diesen Lagerstätten nicht zuzukommen, 
So wird Zinnstein aus dem Amurgebiet erwähnt, wo man ihn 
in den Goldseifen von Nikolajewskij und Pervonacal’ny am Flusse 
Tukun’ka (Flußsystem des Tumnin) angetroffen hat. Auch die 
Scheelitseifen und Gänge an der Chagra (vgl. Wolframlagerstätten 
des Amurgebietes), einem linken Nebenfluß der SelemdZa, ent- 
halten nach den Analysen des Geologischen Komitees Scheelit 
und Zinnstein, von denen dieser bis zu 50 % des Erzes ausmachen 
kann. Hier wäre unter Umständen an eine Gewinnung des Erzes, 
natürlich als Nebenprodukt bei der Wolframförderung, zu denken. 
Vollkommen unerforscht ist das Zinnerzvorkommen im 
Ol’ginskibezirk beim Berge Sudno (Amurgebiet), auch das der 
Halbinsel Cukotsk auf Kamtschatka. Ferner erwähnt Weber 
Zinnerz bei Baraun, unterhalb der Vanta-Mündung am rechten 
Ufer des Amu-Darja (Gebiet von Buchara). 
Mehr Interesse entgegenzubringen ist den Zinnsteinfunden 
in verschiedenen Goldseifen des Jenisseigebietes. Häufige Funde 
prähistorischer Bronzen aus dem Gebiet von Minusinsk und 
Umgegend sprechen für eine ehemalige Zinn- und Kupfergewinnung 
in dieser Gegend. Für den Kupferbergbau liegen bereits Beweise 
in alten primitiven Gruben an den Minusinsker Kontaktlagerstätten 
vor, hingegen fehlen sichere Anhaltspunkte der ehemaligen Zinn- 
gewinnung. Der in den Goldseifen nachgewiesene Zinnstein gibt 
nur einen Hinweis auf die allgemeine Verbreitung und das Vor- 
kommen dieses Minerals. In neuerer Zeit glaubt man die an- 
stehenden Erze im Vorgebirge des Sajan, zwischen den Becken 
der Flüsse Kan und Birjusa gefunden zu haben. Inwieweit diese 
Vermutung den Tatsachen entspricht, bleibt zukünftig zu unter- 
suchen.
	        
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