Full text : Wirtschaftliches Verpacken

transportiert, weil selbst der dichteste Sack Mehl durchläßt. Auch
diese Verpackung reicht vielfach nicht, so transportiert Nordamerika
 das Mehl nach Mittelamerika herunter in Fässern; da
auch diese nicht genügend dichthalten, werden in diese gewöhnlich
 noch Papiersäcke eingesetzt.
Bei Flüssigkeiten ist auf besonders sichere Verpackung
Rücksicht zu nehmen, weil sie beim Auslaufen nicht nur selbst
verlorengehen, sondern auch noch andere Gegenstände beschädigen,
 womit der Verpacker haftbar gemacht werden kann.
Außerdem haftet (siehe Postordnung 8 5, II) die Post bei mangelhafter
 Verpackung nicht, wenn diese durch Bruch verlorengeht.
Ferner ist bei der Verpackung von Flüssigkeiten noch auf $ 9,
VII, 2 (siehe Anhang) der Postordnung zu achten. Es empfiehlt
sich auch, auf die Vorschriften der Hapag ‚Handbuch für Verlader‘“
 (siehe Anhang) zu achten, besonders auf das Nachtreiben
der Reifen von solchen Gebinden, die Flüssigkeiten enthalten,
vor der Verschiffung, ferner durch Bezeichnung des Inhaltes
mit „Flüssig“‘.
Gase werden in nicht zusammengepreßtem Zustand überhaupt
nicht transportiert, weil hier Transport und Packung zu teuer
werden würden. Im zusammengepreßten Zustand sind Gase
immer gefährlich, namentlich solche, die‘ giftig oder explosiv
sind und müssen hier besonders sorgfältig behandelt werden.
Es sind hier vor allen Dingen die Vorschriften der Eisenbahnverkehrsordnung
 (siehe Anhang) zu beachten, ferner die Vorschriften
 über Behälter hochgepreßter Gase. Die Ventile müssen
besonders auf Dichtigkeit geprüft sein, die Flaschen müssen abgenommen
 und von Zeit zu Zeit nachgeprüft werden. .Prüfstempel
werden nachkontrolliert, die Flaschen haben je nach Inhalt besonderen
 Anstrich und: besondere Bezeichnung. Die Ventile sind
durch aufschraubbare KEisenschutzköpfe, die aber ihrerseits
wieder angebohrt sind, damit kein Druck im Innern entstehen
kann, gegen Bruch und Beschädigung zu schützen. Meistens
sind viereckige Füße Vorschrift, damit die Flaschen nicht rollen
können; auch beim Transport müssen besondere Vorsichtsmaßregeln
 gewahrt werden. Die Flaschen dürfen nicht geworfen werden
 und nicht in der Sonne liegen. Bei der Druckprüfung der Stahlflaschen
 ist besonders noch der Punkt zu beachten, daß bestimmte
Gase, wie Sauerstoff und Wasserstoff, kein Öl vertragen. Die Druckprüfung
 muß also mit gereinigtem Ölfreien Wasser vorgenommen
werden. Dadurch, daß Schmutzwasser, in dem sich etwasÖl befand,
zum Abdrücken benutzt wurde, ist schon mancher dieser
Behälter später explodiert. Manche Gase, wie Azetylen, vertragen

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