Full text: Die Untersuchung landwirtschaftlich und gewerblich wichtiger Stoffe

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Künstliche Düngemittel. 
Anmerkung. Wenn man in Superphosphateu wasserlösliche und in Ammoniumzitrat 
lösliche Phosphorsäure in einer Behandlung bestimmen will, dann muß man selbstverständlich 
ein ammoniakalisches Ammoniumzitrat anwenden, weil sonst die freie Phosphorsäure das 
zitronensaure Ammoniak zersetzen und Zitronensäure frei machen, diese aber unaufge 
schlossenes 3-basisches phosphorsaures Calcium auflösen würde. 
4. Gesamtphosphorsäure. 5 g Substanz werden wie bei Phosphaten usw. 
(vergl. S. 177) mit Königswasser oder dem Gemisch von rauchender Salpetersäure 
und Schwefelsäure ausgekocht und die Phosphorsäure nach dem Molybdän- oder 
Zitratverfahren bestimmt. x ) 
Bei Bestimmung der Gesamtphosphorsäure darf die organische Substanz nie durch 
Veraschen zerstört werden, weil sich dadurch aus dem einfach phosphorsauren Calcium 
teilweise pyrophosphorsaures Calcium bildet, das unter Umständen nicht oder nur schwer 
wieder in Lösung zu bringen ist. 
5. Fluor (vergl. S. 163). 
6. Feuchtigkeit (vergl. S. 136). 
X. Salpeter. 
a) Chilisalpeter (Natronsalpeter). 
1. Stickstoff. Nach dem Beschlüsse der Verbandes landw. Versuchs-Stationen 
i. D. R. * 2 ) ist der Stickstoff nach einem direkten Verfahren zu bestimmen; 
gestattet sind die Verfahren von Kühn-Böttcher, 3 4 ) Ulsch, Jodlbaur, 
Förster und Schlösing-Grandeau. 1 ) 
Das Jodlbaursche Verfahren ist in der bisherigen Ausarbeitung weniger em 
pfehlenswert. 
Man löst 20 g Substanz in einem Liter Wasser und verfährt mit 25 ccm 
dieser Lösung nach einem der S. 144—147 angegebenen Verfahren. 
2. Feuchtigkeit. Von dem zerriebenen, gut durcheinandergemischten Salpeter 
werden 5—10 g in einem geräumigen Platintiegel über einer ganz kleinen 
Flamme vorsichtig erwärmt, so daß der Salpeter eben schmilzt. Man läßt im 
Exsikkator erkalten und wägt. Das Erwärmen wird bei gleicher Temperatur wieder 
holt, bis keine Gewichtsabnahme mehr stattfindet. 
3. Sand und organische Stoffe. 20 g des zerriebenen Salzes werden in 
heißem Wasser gelöst, die Lösung durch ein vorher bei 110° getrocknetes und 
gewogenes Filter in eine Literflasche filtriert, mit heißem Wasser vollständig aus 
gewaschen, das Filter mit dem Rückstand wieder bei 110° getrocknet und gewogen, 
schließlich verbrannt und wieder gewogen. Die erste Wägung gibt Sand + organische 
Substanz, die zweite Wägung, abzüglich der Filterasche, den Sandgehalt allein an. 
Das Filtrat wird auf 1000 ccm gebracht. 
4. Schwefelsäure. 200 ccm des nach 3. erhaltenen Filtrates werden mit 
Salpetersäure angesäuert und mit Baryumnitrat gefällt. Man läßt längere Zeit 
- bis 12 Stunden — in der Wärme stehen, weil sich der Niederschlag von Baryum- 
sulfat nur langsam bildet. 
J ) Dieses Verfahren ist auch vom V. intern. Kougreß f. angew. Chemie angenommen. 
2 ) Landw. Versuchs-Stationen 1893, 43, 325 und 1845, 45, 343. 
3 ) Die Reduktion der Salpetersäure mit Zink-Eisenpulver in alkalischer Lösung unter 
Zusatz von Spiritus ist vielfach als das Verfahren von Kühn-Böttcher bezeichnet. Verf- 
hat das Verfahren aber weit eher, nämlich schon in der 1. Auflage seiner Nahrungsmittel 
chemie 1878, beschrieben. 
4 ) Diese Verfahren sind auch vom V. intern. Kongreß f. angew. Chemie angenommen.
	        
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