Full text : Der Bolschewismus

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der Selbständigkeit der Stadt die Literatur durch eine dreifache Zensur — der Hochschule, des erzbischöflichen Offizialats und des päpstlichen Nunzius — einerseits in engen Schranken gehalten worden, so unterdrückte, wie Ennen in seinen Zeitbildern aus der neueren Geschichte der Stadt Köln, Seite 35, sagt, „geistige Dumpfheit und mercantiler Sinn jeden Geschmack an höheren Genüssen des Geistes“. Nach Ausweis der Kataloge, die dem Inspektor des Buchhandels und der Buchdruckereien vor dem Druck zur Genehmigung eingereicht werden mußten, beschränkte sich der ganze buchhändlerische Verkehr nach Ennen (Die Familien DuMont und Schauberg in Köln, Seite 116) um 1810 auf den Verkauf von Schulbüchern, Katechismen, Biblischen Geschichten, ­ Gebetbüchern, Jugendschriften, Gesetzbüchern und Volksschriften. Daß die Schuld an diesen Verhältnissen nicht am Kölner Buchhandel ­ lag, geht aus einer Bemerkung Stockhausens hervor, die er in seiner 1805 in Köln erschienenen „Geschichte in Briefen“ macht. „Der Buchhandel,“ sagt er, „ist zwar noch nicht, was er sein sollte; man kann aber doch alle guten Bücher haben. Buchdruckereyen giebt es 17 3 und solide Handlungen 5. Hr. Imhof und Hr. Schmitz, beyde Buchhändler, haben eine Leihbibliothek. Lesekabinetter von Journalen und Zeitungen sind keine anzutreffen. ­ Von Zeit zu Zeit sind periodische Schriften herausgekommen, ­ aber nie von langer Dauer gewesen. Deutsche Zeitungen, die über den anderen Tag erscheinen, giebt es hier drey und ein literarisches Sonntags-Blatt. Sie sind nur heisere Posaunen des »Moniteur«.“ So also war der Boden beschaffen, auf dem die neuen Verleger ausgingen um zu säen. * * ♦ Als erstes Werk ging aus dem neuen DuMont-Bachemschen Verlag im Jahre 1815 die Uebersetzung eines französischen Originals von Comte hervor. Der Verfasser, damals in den zwanziger Jahren stehend, war ein entschiedener Gegner der französischen Kaiser-Regierung, deren Fehler er im Verein mit Dunoyer in einer kleinen, zwanglos erscheinenden Zeitschrift „Le Censeur“ so freimütig besprach, daß die Hefte, die oft schon wenige Tage nach Erscheinen mehrere Auflagen erlebten, verboten ­ wurden. Die Redaktoren halfen sich, indem sie den Censeur
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