Full text : Die politische Ökonomie des Rentners

Der subjektive und der objektive Wert. Definitionen 47
psychologischen Erscheinung der einzelnen Wertschätzung.

Die einzelne Wertschätzung setzt ein schätzendes Subjekt und
ein abzuschätzendes Objekt voraus; das Ergebnis der Beziehungen
 zwischen denselben, das ist der subjektive Wert der österreichischen
 Schule. Der subjektive Wert ist somit keine besondere
 Eigenschaft, die den Gütern als solcher anhaftet, vielmehr
 ist er ein bestimmter psychischer Zustand des wertschätzenden
 Subjekts selbst. Sprechen wir von einem Ding, so
meinen wir seine Bedeutung für ein gegebenes Subjekt. Also:
„Wertimsubjektiven Sinneist die Bedeutung,
die ein Gut oder ein Güterkomplex für die Wohlfahrtszwecke
 eines Subjekts besitzt!.“ Soweit
die Definition des subjektiven Wertes.
Etwas anderes ist der objektive Wertbegriff Böhm-Bawerks:
 „Wert in objektivem Sinne heißt! da:
gegen die Kraft oder Tüchtigkeit eines Gutes
zur HerbeiführungirgendeinesobjektivenErfolges.
 In diesem Sinne gibt es so viele Arten des Wertes,
als es äußere Erfolge gibt, auf die man sich beziehen will. Es
gibt einen Nährwert der Speisen, einen Heizwert von Holz und
Kohle, einen Dungwert der verschiedenen Düngemittel, einen
Sprengwert der Explosionsstoffe usw. In allen diesen
Ausdrucksweisen ist aus dem Begriffe des
‚Wertes‘ jede Beziehung auf das Wohl und
Weheeines Subjekts verbannt’.“ (Letzter Sperrdruck
vom Verfasser.)
Zu dieser Art von objektiven Werten, die in bezug auf das
„Wohl und Wehe des Subjekts‘ neutral sein sollen, zählt Böhm-Bawerk
 auch Werte von wirtschaftlichem Charakter, wie
„Tauschwert‘“, „Ertragswert‘, „Produktionswert‘, ‚„Mietwert“
und ähnliche. Die größte Bedeutung kommt darunter dem objektiven
 Tauschwert zu. Darunter ist nach Böhm-Bawerk
® Böhm-Bawerk: „Grundzüge usw.“, S. 4.
Aehnlich K. Menger: „Der Wert ist ... nichts den Gütern Anhaftendes,
keine Eigenschaft derselben, sondern vielmehr lediglich jene Bedeutung,
welche wir zunächst der Befriedigung unserer Bedürfnisse, bzw. unserem
Leben und unserer Wohlfahrt beilegen und in weiterer Folge auf die ökonomischen
 Güter, als die ausschließenden Ursachen derselben, übertragen.“
(„Grundsätze der Volkswirtschaftslehre‘“, Wien 1871, S. 81, Fußnote.) „Der
Wert ist ein Urteil“ (ib. S. 86). Vgl. Wieser, der in seinem „Ursprung
des Wertes‘ (S. 79), den Wert als ein menschliches Interesse auffaßt, das als
Zustand eines Dinges gedacht wird.
9 Böhm-Bawerk: „Grundzüge usw.“, S. 4. Vgl. auch sein „Kapital ‚und
Kapitalzins‘“, Bd. II, 2. Aufl., Innsbruck 1909, S. 214.
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