Schluß.
vollziehende, nicht mehr aufzuhaltende Vorgang für unser
Wirtschaftsleben haben muß.
Es ist eine gewisse Ironie, feststellen zu müssen, daß
gerade die alten Industrieländer es sind, die sich durch ihre
wirtschaftliche Betätigung im lateinischen Amerika selbst den
größten Schaden zufügen. Vergessen wir doch nicht, daß
jede Maschine, jedes Schiff mit Kohle, die für die lateinischen
Republiken, besonders für das am meisten nach wirtschaftlicher
Selbständigkeit strebende Mexiko, bestimmt sind, dazu
dienen, dort industrielle Betriebe ins Leben zu rufen, die
einen unangenehmen Wettbewerb für die europäische Industrie
bilden sollen. -Da dieser Prozeß aber, einmal wachgerufen,
unaufhaltsam seinen Gang geht, so gilt es für das
europäische Kapital und die Industrie, möglichsten Nutzen
aus den Verhältnissen zu ziehen, solange noch ein Gewinn zu
machen ist, und zwar für das Kapital, sich der ausländischen
Industrie für Neugründungen zur Verfügung zu stellen, für
die Industrie, ihre Ausfuhr nach diesen Ländern möglichst
zu steigern, um den Entwickelungsgang der dortigen Industrie
nach Kräften hintanzuhalten, daneben aber auch an den nun
einmal nicht mehr aufzuhaltenden Lieferungen von Maschinen
und anderen für die Gründung von Industrien notwendigen
Materialien sich zu beteiligen. Je kräftiger aber der Wettbewerb
des‘ europäischen Kapitals und der Industrie auf
diesem Gebiet, desto schneller wird sich die Ilateinischamerikanische
Industrie entwickeln und dazu beitragen, ihren
Ländern zur wirtschaftlichen Unabhängigkeit von Europa zu
verhelfen. Und trotzdem darf keines der alten Industrieländer
in dem Gedanken an den selbstmörderischen Charakter
dieses Wettkampes auf lateinisch - amerikanischem Boden
zurückstehen; um in der Gegenwart noch Gewinn zu ernten,
müssen. sie sich die Zukunft verschließen.
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