Full text : Die Entwickelung der Fabrikindustrie im lateinischen Amerika

Argenüunlien.
Die Zusammenstellung der industriellen Betriebe auf
Seite/3# bedarf noch einiger Erläuterungen!), die zeigen
sollen, was unter den einzelnen Sammelbegriffen zu verstehen
 ist.
Nahrungsmittel.
Die bezüglichen Fabriken enthalten das größte in den
argentinischen Fabriken angelegte Kapital” Die Mühlen,
Weinkellereien, Zuckerfabriken, Alkoholdestillationen und Bierbrauereien
 sind darin nicht enthalten. Die Anfertigung von
Fleischkonserven in Büchsen,. von Käse, Schinken, Wurst
von Schweinfleisch, getrocknete Früchte, Gemüsekonserven,
die unter dieser Industrie zu verstehen ist, hat noch keine
Handelsbedeutung, denn sie befriedigt noch nicht einmal den
inländischen Bedarf. Diese Industriezweige sind daher sehr
entwickelungsfähig wegen der ungeheueren Vorräte an Rohstoffen,
 die das Land bietet. Ebenso hat die Konservierung
von Fischen eine große Zukunft durch die Verschiedenheit
und den Reichtum an Fischen in den hauptsächlichen Flüssen
und an der ausgedehnten Seeküste des Landes.
Getränke.
Die Weinindustrie ist schon eingehend behandelt; es
kommen noch in Betracht die Likörfabriken und die Bierbrauereien.
 Die Likörfabrikation, die ihre Rohstoffe von der
Weinindustrie erhält, steht noch auf niedriger Stufe und erzeugt
 minderwertige Nachahmungen auswärtiger Liköre. Dagegen
 hat die Bierbrauerei eine große Bedeutung. Nach
dem Zensus von 1895 gab es in Argentinien 61 Brauereien,
von denen die großen, meist von deutschen Braumeistern
geleiteten, ein dem ausländischen durchaus ebenbürtiges Erzeugnis
 herstellen. Die. Biererzeugung hat von 1891 bis
1901 von 7220 000 1 auf 25 549 375 1 zugenommen. Diese
Zahlen sind längst überholt. Man schätzt heute die Zahl
der Brauereien auf 12 große und etwa 50 kleine, die zusammen
 gegen 500000 hl jährlich erzeugen. Die größten
Brauereien sind in Buenos Aires, Rosario und Cordoba. Die
früher bedeutende Biereinfuhr hat im Verhältnis der Zunahme
der inländischen Brauereien abgenommen und nun fast ganz
aufgehört; nur England (Pale Ale) und Deutschland führen
noch Bier ein, und zwar 1905 43 000 Dutzend Flaschenbier
!) Vgl. Description sommaire de la Republique Argentine comme
pays d’immigration. S.96 u. f.
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