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zuahmen. Durch die ganze Abteilung pulste »schaffender Rhythmus,
der Freude macht und jeden mitreißt«. Dieser Rhythmus wurde sehr
gefördert durch den ständigen Antrieb, die Zahl der abgelieferten
Werkstücke von Stunde zu Stunde zu erhöhen (sportlicher Charakter
der Arbeit). Allerdings ließ das Tempo in der sechsten oder siebenten
Stunde merklich nach; der eine oder andere verschwand für längere
Zeit von seinem Platze — der foreman bemerkte es nicht. Aus diesem
Grunde wird bei der Fließarbeit ein Teil der Arbeit von vornherein
als Verlust einkalkuliert. Das Arbeitstempo hing doch sehr vom
Befinden und von der Stimmung der Arbeiter ab (s. oben:
slastisches Tempo). In der Sonntagsnacht z. B. arbeiteten dieselben
Leute, die in einer Montagsnacht 3168 Stücke gefertigt hatten,
nur 2592 Stücke. Die Sonntagsnacht kam dem Berichterstatter
unerträglich lang vor; die Unterbrechungen, während welcher er auf
neue Arbeitsstücke warten mußte (also kein zu schnelles Tempo
des Bandes!), machten ihm die Arbeit qualvoll und ermüdend.. Ganz
anders die Montagsnacht: das Tempo stieg immer mehr, in der
siebenten Stunde war das dreitausendste Stück überschritten; »be-
riedigt zog ich um 8 Uhr morgens im hellen Sonnenschein nach Hausee«.,
Über die Zeitempfindung schreibt dieser Fachmann folgendes
Nie Th. Mann (> Zauberlehrling«) sagt, werden Stunden, ja Tage und
Jahre als kurz empfunden, in denen regelmäßige, gleichbleibende
Eindrücke zufließen. Solche Monate verfliegen wie Wochen, solche
Tage wie Stunden. So sei auch die Zeitempfindung bei gleich-
förmiger Arbeit. Der Berichterstatter erzählt von vielen Leuten, die
jahrelang bei Ford die gleichen Arbeiten leisteten, einfache, nach
ınseren Begriffen sogar monotone Arbeiten, daß sie einen durchaus
zufriedenen, durchaus nicht invalidisierenden, sondern behäbigen
Eindruck machen. » Vielleicht verfliegt dem Manne mit der maschinen-
mäßigen Handarbeit die Zeit rascher als dem hochqualifizierten
Arbeiter, der die automatischen Maschinen zu leiten hat und oft
rechte Langeweile empfindet.« Es sei auch irrig, anzunehmen, daß
jeder Arbeiter immer nur einen Handgriff zu machen habe; sonst
wäre auch dieser schon durch die Maschine ersetzt. Tatsächlich
aätte jeder Arbeiter in der Abteilung, wo der Berichterstatter arbeitete,
acht, zehn und mehr verschiedene Handgriffe hintereinander aus-
zuführen. Jeder hatte zehn Sekunden Zeit beim Werkstück — in
dieser Zeit ließen sich schon allerlei Handgriffe machen; es wäre
arbeitspsychologisch nicht richtig, auch diese Bewegungen zu