Full text : Die Werttheorie und das Problem des "Konstanten" (Technischen) Kapitals

Die Erklärung wäre um so nötiger gewesen, als Marx
selbst. in den Kapiteln XIII-XV des 3. Bandes vom «Kapital»
(Buch I) Wert darauf legt, zu versichern, daß das äußerst
wichtige Gesetz von der Herabsetzung der Profitrate gerade
von der Tatsache abhängt, daß derjenige perzentuelle Teil
des Gesamtkapitals jedes Unternehmens, der in der Form
von konstantem (technischem) Kapital investiert worden
ist, danach strebt, in immer steigendem Maße im Vergleich
zu dem als Lohnkapital investiertem anzuwachsen.
Es möge genügen, u. a. folgende Stellen zu zitieren:
«Diese erzeugt mit der fortschreitenden relativen Abnahme
 des variablen Kapitals gegen das konstante eine
steigend höhere organische Zusammensetzung des Gesamtkapitals,
 deren unmittelbare Folge ist, daß die Rate des
Mehrwerts bei gleichbleibendem und selbst bei steigendem
Exploitationsgrad der Arbeit sich in einer beständig sinkenden
 allgemeinen Profitrate ausdrückt». *)
«Da die Masse der angewandten lebendigen Arbeit stets
abnimmt im Verhältnis zu der Masse der von ihr in Bewegung
 gesetzten vergegenständlichten Arbeit, der produktiv
konsumierten Produktionsmittel, so muß auch der Teil der
lebendigen Arbeit, der unbezahlt ist und sich in Mehrwert
vergegenständlicht, in einem stets abnehmenden Verhältnis
stehn zum Wertumfang des angewandten Gesamtkapitals». *)
Gerade wegen der Wichtigkeit dieser Feststellungen
wäre eine Erklärung darüber notwendig gewesen. Wenn
anders wir nicht eben wegen der Bedeutsamkeit dieser
Schwierigkeit bei Marx nichts darüber finden.
Man kann sogar sagen, daß einige der von Marx in dem
fruchtbarsten Teil seines gewaltigen Werkes aufgestellten
Grundsätze beweisen, wie unmöglich es sein würde, daß
die Unternehmer in dem von ihm zugegebenen Sinne handeln,
 wenn jede Anwendung von technischem Kapital wirklich
 eine entsprechende Annullierung des Mehrwertes bedeuten
 würde.
Einer der glücklichsten Grundbegriffe des ersten Bandes
 vom «Kapital» ist gerade der, alle Gesetze der kapitalistischen
 Wirtschaft als Auswirkung der Interessen der
Unternehmer zu betrachten, und besonders als Ergebnis
ihrer auf höchstes Anwachsen des Mehrwertes gerichteten
Tätigkeit.
1) Id. Das Kapital, Band IM, S. 192.
2) Id. Das Kapital, Band III, S. 193.

oO
            
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