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Vorausgesetzt also, daß der Kapitalist sich am meisten
für die Beziehungen des eigenen Gewinnes zum ausgesetzten
Gesamtkapital, d. h. für die Profitrate, interessiert, gibt Marx
zu, daß, wenn zwei Gesamtkapitale von gleicher Größe in
verschiedenem Verhältnis zwischen variablem (Lohn-) und
konstantem Kapital verteilt sind, hierdurch allein der Pro-
fitsatz, der dem einen entspricht, sich von dem, der dem
andern entspricht, unterscheidet.
Hier eine wörtliche Zusammenfassung der Marxschen
Abhandlung (Seite 125-127):
«Wenn eine Kapitalanlage in der Produktionssphäre A
auf je 700 des Gesamtkapitals nur 100 in variablem Kapital
verausgabt und 600 in konstantem, während in der Pro-
duktionssphäre B 600 in variablem und nur 100 in konstan-
tem verausgabt werden,... wäre der Profit im ersten Fall
100/700 1/7 = 14 2/7% und im zweiten = 600/700 = 85 7/5°...
bei einer Mehrwertsrate von 100%... Kapitale von gleicher
Größe erzeugen also bei gleichem Arbeitstag und gleichem
Exploitationsgrad der Arbeit sehr verschiedene Mengen von
Profit, weil von Mehrwert, und zwar weil, nach der ver-
schiedenen organischen Kapital-Zusammensetzung in ver-
schiedenen Produktionssphären ihr variabler Teil verschieden
ist, also die Quanta der von ihnen in Bewegung gesetzten
lebendigen Arbeit verschieden, also auch die Quanta der von
ihnen angeeigneten Mehrarbeit, der Substanz des Mehrwerts
und daher des Profits».
Andererseits gibt Marx ausdrücklich zu, daß bei Kon-
kurrenzherrschaft «gleich große Kapitale in gleichen Zeit-
räumen gleich große Profite abwerfen».
Auf welche Weise sucht Marx nun, das Problem zu
lösen und zu dem Ergebnis zu gelangen, daß, trotz der Ver-
schiedenheit der Mehrwerte, die der verschiedenen Zusam-
mensetzung der Gesamtkapitalien entspricht, jedes gleich
große Kapital in der gleichen Zeiteinheit einen gleichen
Durchschnittsprofit abwirft, welches auch immer die Vertei-
lung zwischen «variablem» und «konstantem» Kapital sei?
Er sagt: *)
«Nehmen wir 5 verschiedene Produktionssphären mit
jedesmal verschiedener organischer Zusammensetzung der
ın ihnen angelegten Kapitale, etwa wie folgt:
1) Die folgenden Abschnitte sind den Seiten 133 bis 135 des
III. Bandes vom Kanital entnommen.