die Veränderung der Arbeitszeit zurückgeführt werden
kann, wie ein unkritisch vorgenommener Vergleich der
Belegschafts- und Produktionsstatistiken von 1913 und 1923
vermuten ließe, sondern auf ganz anderen Ursachen beruht.
_ An einem Schaubilde, das die Werksleitung in ihrer
Denkschrift aufgestellt hat, kann des weiteren verdeutlicht
werden, wie tatsächlich die Auswirkungen, die etwa von
einer Arbeitszeitveränderung ausgehen können, nicht die
überwiegende Bedeutung für die Rentabilität des Betriebes
haben, die ihnen zugemessen wird. Es handelt sich um
eine graphische Darstellung des Einflusses von Kosten-
minderungen oder -mehrungen bzw. Erlösminderungen oder
-mehrungen auf die Rentabilität der Roheisenerzeugung im
Verlaufe von 6 Monaten des Jahres 1924, also während
einer ununterbrochenen Dauer des Zweischichtensystems
Da die konkreten Zahlenangaben dieser Übersicht einer
Umrechnung bedürfen ?!), wird das Ausmaß des Betriebs-
verlustes je Tonne Roheisen, das nach Erklärungen der
Betriebsleitung in dieser Zeit anzunehmen ist, zu Beginn
der Zeitspanne gleich 100 %, gesetzt und die übrigen Zahlen
darauf bezogen. Demgemäß stieg der Verlust im ersten
Monat durch eine Preisermäßigung des Roheisenverbandes
auf über 260%, während ein Lohnabbau einen Monat
später eine Verringerung auf 220 °%, brachte. Ein Abbau
der Kokspreise zur gleichen Zeit hatte eine Verminderung
auf 185 %, im Gefolge; durch seine Wiederholung im näch-
sten Monat fiel der Betriebsverlust auf 147% und erreichte
auf Grund einer etwa 3 Wochen später eintretenden Koks-
frachtermäßigung den Tiefpunkt der Abwärtsbewegung in
dem beschriebenen Zeitabschnitt mit 120%. Kurz darauf
erhöhte ihn eine Abnahme der Roheisenpreise um 60 °%, auf
180 %. Zusammen mit einer nur in geringem Grade sich
auswirkenden Herabsetzung der Bankzinsen und der Um-
1) Vgl. S. 9 oben.
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