Full text : Die Werttheorie und das Problem des "Konstanten" (Technischen) Kapitals

Q3

alle anderen Bedingungen und folglich auch die Intensität
der Arbeit konstant bleiben — nur durch die Tatsache, daß
ein bestimmter Teil des Lohnkapitals durch einen bestimmten
 Teil technischen Kapitals ersetzt wird, zwischen kollektivem
 Mehrprodukt und kollektivem notwendigem Produkt,
zwischen Lohn und Profit entstehen.
Wir beginnen mit der Betrachtung der Gesamtheit der
Betriebe und nehmen der Kürze halber an, daß das technische
 Kapital — in den bekannten Proportionen und mit
Vermehrung der Produktivität der Arbeit — nur in Betrieb
 V eingeführt worden ist.
Wir haben in den vorhergehenden Kapiteln gesehen,
daß, nach. Marx — da die Rente der Kapitalisten durch
Arbeit und nicht durch Produkte, oder genauer durch Mehrarbeit
 und nicht durch Mehrprodukte dargestellt wird, —
die Gesamteinnahme der weiter beschäftigten Arbeiter gleich
bleibt, wogegen die Gesamteinnahme der Kapitalisten. nur
durch die Tatsache, daß in dem in Frage kommenden Betrieb
 weniger lebende Arbeit angewendet wird, ab- anstatt
zunimmt. Es fehlt daher die Antithese zwischen einer relativ
unveränderten Einnahme (derjenigen der Arbeiter) und
einer gesteigerten Einnahme (derjenigen der Kapitalisten),
aus der gerade die relative Verschlechterung in den Bedingungen
 der ersteren hervorgeht.
Gehen wir dann zur Betrachtung der einzelnen Betriebe
oder genauer des Betriebes V über, so bedeutet für Marx die
Tatsache, daß in ihr die Anwendung menschlicher Arbeit
herabgesetzt ıst (30 anstatt 60 Arbeitsstunden), notwendigerweise
 eine Herabsetzung des effektiven Mehrwertes, d. h. des
im Innern der Fabrik selbst hergestellten Mehrwertes. Die
Rente des Kapitalisten würde also abnehmen, wenn eine
künstliche Preiserhöhung der Ware ihm nicht gestatten
würde, sich durch den Tausch und nur durch ihn, den
Durchschnittsprofit zu verschaffen.
Bei einer derartigen Situation ergibt sich auch aus der
Marxschen Darstellung, daß der Unternehmergewinn proportional
 zu derjenigen Quote seines Kapitals zunimmt, die auch
weiterhin nur in den Löhnen investiert ist. Aber es handelt
sich um ein sozusagen künstliches Phänomen, das nur einem
Hilfsmittel von seiten der Zirkulation zu verdanken ist.
Ohne dieses Hilfsmittel würde — ceteris paribus — die
Größe des Mehrwertes abnehmen wegen der Verkleinerung
des Lohnkapitals, und die relative Verschlechterung in den
Bedingungen der Arbeiter jenes gegebenen Betriebes würde
in keiner Weise offenbar werden.
            
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