Metageschäfte. 133
für Effekten-, Wechsel-, Sorten- und Kasssenbesstände muß eine
effektive Inventur vorgenommen werden. Die Buchungssätze für
den Abschluß (einschließlich der Buchungen betreffend Abschreibun-
gen auf Anlagen und Debitoren und der Grenzregulierungsposten
z. B. im voraus gezahlte oder nachträglich zu zahlende Zinsen,
Mieten, Gehälter, Diskontierung der Wechsel, Debitoren und
Kreditoren auf den Bilanztag usw.) werden in der Abschluß-
primanota festgehalten. Diese selbst wird der Sammelprimanota
des letzten Umssatztages hinzugefügt und mit den Endziffern der-
selben ins Hauptbuch übertragen. Der Abschluß zeigt im übrigen
keine Besonderheiten. Da hier die Kenntnis der doppelten Buch-
haltung vorausgesetzt wird, kann auf Einzelheiten der Durch-
führung des Abschlusses nicht eingegangen werden. Die Banken
pflegen in der zu veröffentlichenden Bilanz Frisuren und Schö-
nungen vorzunehmen, vor allem um ihr ein liquideres Aussehen
zu geben (Snlvester-Aufputz). So ist die Bankbilanz zum Teil
ein Produkt der Banktkpolitik !).
Das Hauptbuch ist an sich Bilanzbuch. Doch wird das Bilanz-
konto zumeist nochmals in einem eigenen ,Bilanzbuche“ geführt.
D. Schwierige Sälle der Bankbuchhaltung.
I. Metageschäfte.
1. Metageschäfte in Effekten.
Unter den Eigengesschäften der Banken ist die Verbuchung der
Metagesschäfte besonders schwierig. Metageschäfte dienen vor allem
zur Durchführung von Arbitragen, also zur Ausnutzung
des Rursunterschiedes von Effekten, Devisen und Coupons an
verschiedenen Orten im gleichen Zeitpunkte. Eine Effektenmeta
kommt zustande, wenn sich zwei befreundete Bankhäuser, die an
verschiedenen Börsenplätzen ihren Sitz haben, einigen, aus der
Kursspannung der Effekten an den beiden Orten in der Weise
Nutzen zu ziehen, daß der eine der beteiligten Metisten an seinem
Platze Effekten „Für die Meta nimmt“, während der andere
Metist an seinem Platze diese Effekten „F ür die Meta reali-
siert“ und daß der entstehende Gewinn oder Verlust aufgeteilt
wird. Es ist auch möglich, daß ein Metist an seinem Platze „vor -
g i b t“ (in Blanco verkauft), während der andere Metist zu ;,„d e k -
k en“ hat. Ständige Fühlungnahme zwischen den beiden Metisten
') Vergl. Kalveram, Bankbilanzen S. 9 ff.