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Sandpapier 386 Santonin blaßgelbe, sehr dickflüssige, kratzend schmekkende Flüssigkeit von anhaltendem aromatischen Gerüche. Das spez. Gew. beträgt 0,974—0*985, die Linksdrehung im too-mm-Rohr —16 bisao 0 . Das Öl besteht zu 90 °/o und darüber aus zwei isomeren Alkoholen, a- und ß-Santalol, und im übrigen aus einer ganzen Reihe von Verbindungen, ­ von denen hier die Kohlenwasserstoffe ­ Santen und Santalen, die Alkohole Saintenonalkohol und Teresantalol, die Aldehyde Nortrizykloeksantalal und Santalal, die Ketone Santenon und Santalon sowie die Teresantalsäure und Santalsäure genannt seien. Es löst sich in fünf Teilen 7o°/oigem Alkohol. Das sog. westindische S. von Amyris balsamifera unterscheidet sich von dem echten oder ostindischen ­ durch seine Unlöslichkeit inyoo/oigem Alkohol, seine Rechtsdrehung und das niedrigere .spez. Gew. (0,950—0,970). Es enthält u. a. das Sesquiterpen Kadinen und den Alkohol Amyrol, aber kein Santalol. Das echte S. wird als Parfüm, hauptsächlich aber in Gelatinekapseln (Santal Midy) gegen Tripper angewandt. Sandpapier (Flintpapier) wird in gleicher Weise wie Glaspapier (s. d.) hergestellt und benutzt. ­ Sandriedgraswurzel (Sands eggen wurzel, deutsche Sassaparille, lat. Rhizoma caricis, frz. Racine de carex, engl. Carex root). Das Sandriedgras oder die Sandsegge, Carex arenaria, ist auf dem Küsten- und Dünensand der Nord- und Ostsee sowie landeinwärts auf unfruchtbarem Sandboden weit verbreitet und nützt durch die sehr langen Kriechwurzeln, welche ­ dem lockeren Sande Halt verleihen. Die Wurzeln oder Ausläufer werden im Frühjahr gesammelt ­ und getrocknet und in etwa 2 m langen Bündeln zum Verkauf gebracht. Sie sind etwa federkieldick, außen hellbräunlich, innen weiß und durch Knoten gegliedert, von denen die kleinen fadenförmigen Wurzeln ausgehen. Frisch hat die Wurzel einen harzig-balsamischen Geruch, ­ der beim Trocknen verschwindet, und einen süßlich und schwach bitteren Geschmack. Sie dient offizineil als blutreinigendes Mittel. — Die Wurzel des weit verbreiteten rauhen Riedgrases ­ (Carex hirta), welche hier und da ebenfalls gesammelt wird, sieht äußerlich rotbraun ­ aus (daher rote Queckenwurzel) und bildet kürzere Stücke, so daß die Bündel nur 6 dm lang sind. Sandsteine (frz. Gres, engl. Sand-stone), zu den Sedimentgesteinen gehörige Gebirgsarten, kommen nach Farbe, Härte und Nebenbestandteilen ­ in sehr verschiedenen Formen vor, bestehen ­ aber immer, als alte wieder zusammengebackene ­ Sandlager, aus feineren oder gröberen Quarzkörnern, die durch irgendein zwischengelagertes ­ Bindemittel zusammengehalten werden. ­ Je nach diesem Zwischenmittel unterscheidet ­ man tonigen, mergeligen, kalkigen und kieseligen S., von denen letzterer der härteste und beste ist. Der Farbe nach gibt es ganz weiße, ferner graue, gelbliche, grünliche und rote. Der färbende Bestandteil der roten und gelblichen Steine ist meist Eisenoxyd. Oft erscheinen die Steine durch abwechselnde verschiedenfarbige Lagen streifig oder geadert. S. werden viel als Baumaterial sowie zu Mühl- und Schleifsteinen benutzt und in dieser Form oft weit befördert. Als Baumaterial können sie nur da versandt werden, wo Flüsse und Ströme wohlfeile Verfrachtung ­ ermöglichen, wie in der sächsischen ­ Schweiz (Quadersandstein), ferner auf der Mosel bei Trier, Weser u. a. Die feinen und dichten Steine dienen auch zu Steinund Bildhauerarbeiten, wie Tür- und Fenstersimsen, ­ baulichen Verzierungen, Denkmälern und Statuen. Gewisse tonige Sorten, die weder zu Bauten noch anderen Zwecken geeignet ­ sind, finden wegen ihrer Feuerfestigkeit als sog. Gestellsteine, d. h. zum Ausbau der heißesten Teile an Eisenhochöfen, technische Verwendung. Sanikel (Saunikel, lat. Folia saniculae, frz. Feuilles de sanicle, engl. Sanicle leaves), die dreilappigen, ungleich gezähnten Blätter der in Europa, ­ im nördlichen Afrika und Mittelasien heimischen ­ Umbellifere Sanicula europea, haben einen herben, zusammenziehenden Geschmack ­ und werden in der Volksmedizin gegen Lungenleiden verwandt. Santonin (Santoninsäureanhydrid, lat. Santoninum, frz. Santonine, engl. Santonin) ist der wirksame Bestandteil des sog. Wurmsamens (s. d.), aus dem es fabrikmäßig dargestellt wird. Zu seiner Gewinnung kocht man den Wurmsamen ­ mit verdünnter Kalkmilch aus, zersetzt die so erhaltene Lösung des santonsauren Kalkes ­ mit verdünnter Salzsäure, wodurch das S. ausgefällt wird, entfernt das gleichzeitig mit abgeschiedene Harz durch Behandlung mit heißem ­ ammoniakalischen Wasser und kristallisiert das noch gefärbte S., nach Behandlung seiner alkoholischen Lösung mit Tierkohle, aus Alkohol ­ um. Die Ausbeute beträgt 1,8—2,30/0. Seit einigen Jahren wird in Deutschland nur noch wenig S. hergestellt, da eine Fabrik in Taschkend wegen Ersparung der Transportkosten ­ den Samen direkt auf S. verarbeitet. Man erhält das reine S. in schön glänzenden, weißen, tafelförmigen Kristallen, die geruchlos und geschmacklos sind, aber in alkoholischer Lösung stark bitter schmecken. Der Schmelzpunkt ­ liegt bei 170 0 . In Wasser ist das S. kaum löslich und gegen Lackmus indifferent. In chemischer Hinsicht ist es das Anhydrid der einbasischen Santoninsäure, C 16 H 20 O 4 , und der Formel C 15 Hi 8 0 3 entsprechend. Durch Kochen von santoninsäurem Barium mit Barytwasser ­ entsteht eine neue, aber isomere Säure, die Santonsäure. Im zerstreuten Tageslichte, schneller im direkten Sonnenlichte, färbt sich das S. gelb und muß daher in schwarzen Gläsern ­ im Dunkeln aufbewahrt werden. Sein Hydrat, ­ die Santoninsäure, erleidet dagegen im Sonnenlichte keine Farbenveränderung. Will man gelb gewordenes S. wieder entfärben, so muß man es aus Alkohol Umkristallisieren. Das S. wie auch das santoninsaure Natrium (lat. Natrium ­ santoninicum, frz. Santonate sodique, engl-Santonate of Sodium) wird gegen Spulwürmer den Kindern gewöhnlich in Form kleiner Tabletten ­ aus einer Eiweiß und Zucker enthaltenden leichten Schaummasse von kegelförmiger Gestalt, ­ sog. Santoninzeltchen (lat. Trochisci santonini, frz. Pastilles de santonine, engl. Santonin ­ Lozenges) verabfolgt, von denen die schwä ­
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