Full text : Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

Sanatogen

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Sandelholzöl

Fustian,  Velvet,  Velveret,  Velveteen.  Cord)  auftrttende
  Baumwollsamt  entsteht  auf  ganz  andere
Weise.
Sanatogen,  ein  bekanntes,  lösliches  Eiweiß
enthaltendes  Nährpräparat,  wird  durch  Mischen
von  Kasein  mit  5  °/o  glyzerinphosphorsaurem  Natrium ­
  hergestellt  und  erscheint  als  ein  schneeweißes ­
  Pulver,  das  beim  Verrühren  mit  wenig
kaltem  Wasser  stark  aufquillt  und  sich  beim
Erwärmen  zu  einer  milchigen  Flüssigkeit  völlig
auflöst.  Es  enthält  8,34  °/o  Wasser,  5,37  °/o  Asche,
2,490/0  Phospl/orsäure  und  82,75  %  Stickstoffsubstanz. ­

Sand,  gefärbter,  Streusand.  Unter  dieser
Bezeichnung  kommt  sowohl  bunt  gefärbter  S.
in  den  Handel,  der  durch  Behandlung  von  fein
gesiebtem  und  gewaschenem  weißen  Sand  mit
Teerfarben  hergestellt  wird,  als  auch  gemahlener
Glimmer  und  das  aus  Abfällen  der  Bronzefabrikation ­
  bestehende  sog.  Streugold  und
Str  eusilber.  Diese  Waren  werden  namentlich ­
  zur  Herstellung  feinerer  Karten,  z.  B.  von
Glückwunschkarten  usw.,  in  großen  Mengen  verbraucht. ­
  Früher  diente  der  Streusand  auch  zum
Trockenmachen  der  Schriftzüge.
Sandarak  (Sandarach,  lat.  Resina  sandaraca,
  frz.  Sandaraque,  engl.  Sandarac)  ist  das
Harz  einer  Strauch-  oder  baumartigen  Konifere,
Callitris  quadrivalvis,  die,  in  Nordafrika
heimisch,  auf  dem  Atlas  ganze  Wälder  bildet
und  im  Aussehen  dem  nahe  verwandten  Lebensbaum ­
  (Thuja)  gleicht.  Das  freiwillig  aus  der
Rinde  ausschwitzende,  dem  Mastix  ähnliche  Harz
kommt  von  Mogador  an  der  marokkanischen
Westküste  meist  über  Frankreich,  doch  auch
über  Triest  und  Venedig  in  zwei  Sorten,  ordinär
und  fein,  oder  naturell  (in  sortis)  und  auserlesen
(electa)  in  den  Handel.  Letztere  Sorte  bildet
blaßgelbe,  längliche,  weiß  bestäubte  Körner  und
Stengelchen,  die  auf  dem  Bruche  durchsichtig
und  glasglänzend  erscheinen.  Die  andere  besteht
aus  trüben  und  unreineren  Stückchen,  vermischt
mit  kleinerem  Grus,  Sand,  Erde  und  Holzteilchen. ­
  Das  Harz  ist  spröde  und  leicht  zerbrechlich, ­
  hat  einen  balsamisch-harzigen  Geruch  sowie
schwach  bitteren  Geschmack  und  erweicht  nicht
beim  Kauen  wie  Mastix,  sondern  zerfällt  in  ein
sandiges  Pulver.  In  Alkohol,  Äther,  Fuselöl  und
Azeton  ist  es  völlig,  in  Terpentinöl,  Schwefelkohlenstoff, ­
  Chloroform  und  Petroläther  nur  teilweise ­
  löslich.  S.  besteht  neben  geringen  Mengen
ätherischen  Öls  und  Bitterstoffen  hauptsächlich
aus  Sandarakol-  und  Kallitrolsäure.  Es
dient  zur  Herstellung  von  Räucherpulvern,  hauptsächlich ­
  aber  von  Weirigeistfirnissen,  Polituren
and  Lacken,  wird  jedoch,  da  es  zwar  sehr  harte,
aber  zu  spröde,  dem  Abbröckeln  unterworfene
and  nicht  besonders  glänzende  Überzüge  liefert,
1 mmer  in  Verbindung  mit  Elemi,  venetianischem
Terpentin  oder  etwas  Rizinusöl  angewandt.  Fein
gepulverter  S.  bildet  das  bekannte  Radierpulv
 er,  mit  dem  man  radierte  Stellen  auf  Papier
"deder  beschreibbar  macht.  —  Eine  aus  Australen ­
  in  den  Handel  kommende,  in  England  Pine
Kurn  genannte  Sorte  von  Callitris  Preisii  oder  C.
a ustralis,  bildet  größere  Stücke  als  die  afrikanischen ­
  Sorten,  ist  aber  sonst  in  seiner  Verwendbarkeit ­
  diesen  gleich.
Mareks  Warenlexikon.

Sandelholz  (Santelholz,  Santalholz,  lat.
Lignum  santalinum,  Lignum  santali,  frz.  Bois  de
santal,  engl.  Sandal  wood).  Unter  diesem  Namen
kommen  verschiedene  Hölzer  in  den  Handel,
von  denen  einige  zu  den  Färb  hölzern  gehören
und  hauptsächlich  in  der  Färberei  Verwendung
finden,,  während  die  anderen  teils  als  Möbelholz,
teils  zur  Darstellung  des  ätherischen  Sandelholzöles ­
  benutzt  werden.  Das  rote  Holz  stammt
von  einem  mächtigen  Baume  aus  der  Familie
der  Schmetterlingsblütler,  Pterocarpus
santalinus,  der  in  den  Gebirgen  Ostindiens
und  Zeylons  wächst.  Es  kommt  in  Blöcken
oder  Scheiten  von  einem  Zentner  Gewicht  und
mehr  nach  Europa  und  wird  hier  geraspelt  und
gemahlen,  in  feinen  wolligen  Fasern  oder  in
Pulverform  in  den  Flandel  gebracht.  Ein  besonders ­
  feines  Pulver  führt  die  Bezeichnung
Flugsandel.  Das  schwere,  im  Wasser  untersinkende ­
  Holz  hat  grobe,  gewundene  und  gekreuzt ­
  verlaufende  Fasern  und  ist  mit  harzglänzenden ­
  Kanälen  durchzogen.  Die  blutrote
Farbe  frischer  Spaltflächen  wird  an  der  Luft
bräunlich.  Von  anderen  Rothölzern  unterscheidet ­
  S.  sich  dadurch,  daß  es  weder  an  kaltes  noch
an  siedendes  Wasser  seinen  Farbstoff  (Santali ­
  n)  abgibt,  hingegen  kann  letzterer  aus  dem
zerkleinerten  Holze  durch  Weingeist  mit  blutroter, ­
  oder  durch  alkalische  Laugen  und  Sodalösung ­
  mit  violetter  Farbe  ausgezogen  werden.
Aus  der  alkalischen  Lösung  läßt  sich  der  Farbstoff ­
  durch  Säuren  ausfällen.  Man  kann  also
die  Farbe  auf  Zeuge  befestigen,  wenn  man  sie
mit  jener  Lösung  tränkt  und  dann  durch  ein
saures  Bad  zieht,  doch  ist  der  Ton  so  gefärbter
Wolle  stets  ins  Violette  gehend.  Eine  schönere
Farbe  entsteht,  wenn  das  feine  Pulver  mitWasser
und  Wolle  gekocht  wird.  Sie  ist  dann  rein  rot
und  wird  durch  Zusatz  einer  Beize  noch  schöner.
In  Verbindung  mit  anderen  Holzfarbstoffen  verwendet ­
  man  das  S.  zu  modegrünen,  bronzenen
und  braunen  Farbtönen  auf  Wollzeuge.  Weingeistige
  Auszüge  werden  außerdem  zum  Rotfärben ­
  verschiedener  Tinkturen,  Konditoreiwaren
und  Liköre  benutzt.  Die  stärksten  und  schönsten
Stücke  des  S.  (Kaliaturholz)  bilden  einen
gesuchten  Rohstoff  der  Kunsttischlerei,  da  dieses
Holz,  namentlich  im  polierten  Zustande,  prachtvolle ­
  Farben  zeigt.  —  Das  weiße  oder  gelbe
S.  stammt  von  Santalum  album,  einem  Baume
aus  der  kleinen  Familie  der  Santalazeen,  der
auf  Timor  und  einigen  anderen  ostindischen
Inseln  sowie  an  der  Küste  von  Koromandel  wild
wie  auch  angepflanzt  vorkommt.  Als  gleichwertigeArt
  wird  Santalum  Freycinetianum
von  den  Südseeinseln  angeführt,  während  das
westindische  S.  von  der  zu  den  Rutazeen  gehörigen ­
  Amyris  balsamifera  stammt.  Das  zu
uns  eingeführte  Holz  bildet  gewöhnlich  nur  armdicke, ­
  6—9  dm  lange,  glatt  geschälte  Scheite,
an  denen  der  Splint  weißlichgelb,  der  Kern
gelb  ist.  Es  hat  als  Möbelholz  den  Vorzug,  daß
es  nicht  von  Würmern  angegangen  wird,  dient
aber.  hauptsächlich  zur  Gewinnung  des  ätherischen ­
  Öles,  von  dem  es  bei  der  Destillation
mit  Wasserdampf  bis  über  6°/o  liefert.
Sandelholzöl  (lat.  Oleum  santali,  frz.  Essence
de  santal,  engl.  Oil  of  sandal  wood),  das  ätherische ­
  Öl  des  weißen  Sandelholzes,  ist  eine

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