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Halbinsel eignen sich mehr zur Kultur des Trockenreises. Aber
der ganze Süden des Landes, vor allem die Ebene des Menam-
flusses, bieten dem Wasserreisbau einen vorzüglichen Boden, so
daß er hier eine vollkommen vorherrschende Stellung eingenom-
men hat, und Reisbau und Reishandel fast die einzige Beschäfti-
gung der Bewohner sind. Ein großer Teil des Landes liegt noch
brach, das die besten Erträge liefern könnte, sobald es künstlich
bewässert würde. Doch hat die Regierung große Anstrengungen
zur Verbesserung der Reisirrigation gemacht mit der Umwand-
lung der 64 km langen und 30 km breiten Ebene zwischen dem
Menam und dem Mahon aus Sumpfland in brauchbares Reisland.
Der Holländer Homan v. d. Heyde wurde mit der Ausarbei-
tung eines großzügigen Bewässerungsplanes betraut. Obwohl
der Verbrauch an Reis im Lande selbst sehr groß ist, wird seine
Ausfuhr doch nur von.derjenigen Burmas übertroffen. Zwischen
den Jahren 1886 und 1906 hat sie sich mehr als versechsfacht
(von 20 Mill. auf 126 Mill, Mark). Früher machten sich bei der
fehlenden Bewässerung ungünstige Jahre durch Ernteausfall
viel mehr bemerkbar als heute. Die Reisausfuhr macht über drei
Viertel der Gesamtausfuhr des Landes aus, die sich 1907 auf
etwa 130 Mill. Mark belief. 1921 erreichte die Ausfuhr die Höhe
von 1 700 000 t. Sie geht z. T. nach Hongkong, z. T. nach Singa-
pore und von dort weiter nach Südchina. Auch in Europa hat
sich der Siamreis ein immer größeres Absatzgebiet erobert. Das
nach der arbeitsintensiven Verpflanzmethode gebaute siame-
sische Produkt kommt als ‚„‚Gartenreis‘‘ auf den Weltmarkt;
daneben liefert Siam noch den billigeren „„Feldreis“‘.
Eine noch größere Rolle spielt der Reis für Burma; ganz be-
sonders muß Niederburma mit seiner hohen und gleichmäßigen
Wärme und seinen außerordentlich hohen, sicheren, künstliche
Bewässerung überflüssig machenden!) Niederschlägen (Ran-
gun 2200 mm, die Südwestküste gar 5000 mm!), als „das
Reisland“‘* angesprochen werden, wo über 90% des Kulturlandes
1) Nach Schumacher, S. 20; McKerral gibt dagegen an, daß
wegen der schnellen Erhärtung des Bodens nach dem Regen die Reiskultur
nur mit Bewässerung betrieben werden kann. (Aus Copeland, S. 267.)
CH