Full text: Reis

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kennen. Schumacher bezweifelt, ob sich Burma in Zukunft 
seine bisherige Stellung als Überschußgebiet erhalten wird. 
Die Ausfuhr ging vor allem in großem Maßstabe nach Deutsch- 
land, den Straits Settlements, Niederlanden, Österreich-Ungarn, 
Japan, Großbritannien; mit geringeren Mengen nach Java, 
Ägypten, Belgien, Ceylon, Sansibar, Frankreich, Rumänien, 
Argentinien, China, Rußland und Chile; mit noch kleineren Be- 
trägen nach Sumatra, Mauritius, Portugiesisch-Ostafrika, Hong- 
kong, Türkei, Britisch-Südafrika, Schweden, Dänemark, Re- 
union, Italien und Peru. Der Küstenhandel geht ausschließlich 
nach den Schwesterkolonien von Britisch-Vorderindien. 
In Vorderindien richtet sich die Verbreitung der Reiskultur 
nach der Verschiedenheit des Klimas, vor allem nach der Menge 
der Niederschläge. Sehr reich daran sind die Niederungen von 
Bengalen und Assam, so daß hier wie in dem angrenzenden 
Burma die klimatischen Bedingungen für lohnende Reiskultur 
am besten gegeben sind, zumal auch der Schwemmlandboden 
der großen Flüsse äußerst fruchtbar ist. In Ostbengalen und 
Assam ist Reis fast das einzige Getreide, in Westbengalen ver- 
liert er etwas von seiner Bedeutung, nimmt aber immer noch 
zwei Drittel des mit Körnerfrüchten bestellten Bodens ein. 
Hier ist die Jute mit ihm in Wettbewerb getreten, obwohl die 
Erfahrung gelehrt hat, daß nach der Jute noch Reis gebaut 
werden kann, ohne daß sein Ertrag geschmälert wird. Je weiter 
wir den Ganges aufwärts gehen, um so mehr tritt der Reis zurück; 
Oudh, die östlichste der beiden vereinigten Provinzen, hat noch 
etwa ein Viertel, Agrah kaum noch ein Sechstel des Kulturlandes 
unter Reis, und im Pundschab nimmt der Weizen die Rolle ein, 
die in Bengalen der Reis spielt. Dasselbe gilt von den Grenz- 
provinzen im äußersten Nordwesten. Von größerer Wichtigkeit 
ist seine Kultur dann wieder im Delta des Indus, in der Provinz 
Sind, wo neben der.Hirse in großem Maßstabe Reis angebaut 
wird. In Madras nimmt zwar die Hirse den ersten Rang unter 
den Körnerfrüchten ein, aber der Reis bedeckt doch noch etwa 
ein Drittel alles bestellten Landes. In Bombay, der Küsten- 
provinz des Westens, tritt der Reis noch mehr zugunsten der 
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