Full text: Reis

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schaftsleben der Völker einnimmt. Ist er in Kaschmir und 
Russisch- Asien noch von ziemlicher Wichtigkeit, so spielt 
seine Kultur in Iran nur noch in manchen Gegenden eine her- 
vorragende Rolle, während die anderen Getreidearten, vor allem 
die Gerste, immer größere Verbreitung gewinnen. Es fehlen 
insbesondere die fruchtbaren Schwemmlandebenen der Flüsse, 
die in Südostasien so zahlreich vorhanden sind und der Reis- 
kultur am besten zusagen. In dem gebirgigen, niederschlags- 
armen Belutschistan wird nur in den Tälern ein wenig Reis 
gebaut. Etwas günstiger liegen die Verhältnisse in Afghanistan, 
so daß dieses Land sogar noch etwas Reis nach Ostindien ausführt. 
Wenn die Reiskultur in Persien auch in vielen Provinzen 
verbreitet ist, so spielt sie doch nur in wenigen die vorherrschende 
Rolle, so vor allem in den Landschaften am Kaspischen See, 
um Schiras, in der Umgebung des Urmia-Sees und wenigen 
andern Provinzen. Sie scheint aber im Aufsteigen begriffen zu 
sein; denn die Reiseinfuhr Persiens sinkt, während die Ausfuhr, 
hauptsächlich nach Rußland, zunimmt. Das Produkt soll von 
sehr guter Qualität sein, wird aber schlecht behandelt. 
Hohe wirtschaftliche Bedeutung hat der Reisbau, wie gesagt, 
noch in Russisch- Asien erlangt. Trotzdem er hier in einer 
Breite zwischen 38 und 43° betrieben wird, ist er doch durch 
hohe Sommertemperatur, die die der Tropen übertrifft, be- 
günstigt. Der weite Strecken des Landes bedeckende Lößboden 
ist außerordentlich fruchtbar, braucht aber viel Wasser. Die 
Flüsse des Landes liefern aber das zu künstlicher Bewässerung 
nötige Wasser im Überfluß. Die Ernteerträge sind äußerst 
günstig, so daß selbst die Baumwolle nicht überall imstande ist, 
eine so hohe Rente, wie der Reis sie liefert, abzuwerfen. Der 
Wert der Reisernte wurde bereits 1888 auf 8 Millionen Rubel 
angegeben; und für die Zukunft eröffnen sich der Ausbreitung 
des Reislands die besten Aussichten, da erst ein geringer Teil 
des brauchbaren Landes bebaut ist. 
Sehr günstige Bedingungen bietet der Reiskultur auch das 
feuchtwarme Klima Transkaukasiens, wo sie hauptsächlich an 
den Küsten des Kaspischen und des Schwarzen Meeres ver- 
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