Full text: Reis

100 
breitet ist. Ebenso günstig ist in der asiatischen Türkei für 
den Reisbau das Klima, auch die Gelegenheit zur künstlichen 
Bewässerung. Doch ist das Land im allgemeinen zu gebirgig, 
um die Reiskultur in großem Umfange aufkommen zu lassen. 
Sie hat hauptsächlich in den Küstengebieten ihren Standort. 
Das Schwarze Meer bildet wie der Kaukasus eine scharfe Grenze 
der Reiskultur nach Norden. Ihre Polargrenze liegt also im 
äußersten Westen des asiatischen Erdteils auf derselben Breite 
wie im äußersten Osten; doch sind hier wie in Russisch-Asien 
die klimatischen Bedingungen günstiger als unter derselben 
Breite in Japan, da das erforderliche Wärmemaß hier weit 
überschritten wird. Indessen tritt der Mangel an ebenem Lande 
der weiteren Ausbreitung des Reisbaus entgegen. 
In Arabien kommen außer den Küsten nur einige Oasen für 
die Kultur in Frage. Mesopotamien ist zur Reiskultur außer- 
ordentlich geeignet; Mohammera hat eine mittlere Sommer- 
temperatur von 33°C. Für Bewässerung aber muß gesorgt 
werden. In Kaza Hindaji am oberen Tigris sollen 80% des be- 
bauten Bodens mit Reis bestellt sein. Die Produktion war so 
beträchtlich, daß im Jahre 1900 für 670 000 Kronen Reis aus- 
geführt werden konnten. Im ganzen aber führt die asiatische 
Türkei Reis in großen Mengen ein. 
3. Afrika. 
Dieser Erdteil hat als Reisproduktionsland vorläufig nur ge- 
ringe Bedeutung. Es sind eine ganze Anzahl wilder afrikanischer 
Reisarten beschrieben und einzelne davon in Westafrika — wo die 
trockne Reiskultur sehr verbreitet ist — vielleicht von den Ein- 
geborenen auch selbständig in Kultur genommen worden. Für 
Ostafrika glaubt Stuhlmann (125, S. 188) den Reis als eine 
verhältnismäßig späte Einführung ansehen zu müssen. Da die 
Reiskultur zu sehr dem ganzen System der Negerhackkultur 
widerspricht, ist es unwahrscheinlich, daß der Reis schon von 
den in der Urzeit aus Nordwest eingewanderten Bantu mit- 
gebracht worden ist. Aber jedenfalls haben ihn nach Stuhl- 
6
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.