Full text: Reis

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manns Vermutung nicht die nur als Händler nach Ostafrika 
gekommenen Inder als Kulturpflanze eingeführt, sondern Leute 
aus dem Norden des persischen Golfes. 
Für die Ernährung der Bewohner Afrikas hat der Reis sehr 
verschiedene Bedeutung. Während er stellenweise völlig un- 
bekannt ist, wie im ganzen Innern, wo Hirse, Mais, Knollen- 
gewächse und einige Hülsenfrüchte die Hauptnahrungsmittel 
bilden, stellt er in andern Gebieten allein oder mit andern Feld- 
früchten die Grundlage der Ernährung dar, wie z. T. in Mada- 
gaskar, in Ober-Dahomey, Sierra Leona, an der Goldküste; 
an der Elfenbeinküste und in Französisch-Guinea ist Reis die 
Grundnahrung. 
Ägypten, wo sich der Reiskultur ähnlich günstige Bedin- 
gungen wie in den Alluvialebenen Vorder- und Hinterindiens 
bieten, baut man dieses Getreide hauptsächlich im Nildelta an, 
wo etwa 5% alles Kulturlandes unter Reis stehen. Die Gesamt- 
produktion wird sich auf mindestens 150 000 t belaufen, die aber 
den eigenen Verbrauch nicht decken. 
Vielverheißend scheint die Entwicklung des Reisbaus auf 
Madagaskar zu sein, das schon jetzt eine ständig steigende 
Ausfuhr aufweist. Exportartikel könnte der Reis leicht noch 
werden für Dahomey, Sierra Leona, auch für das besetzte 
Deutsch- Ostafrika, wo er in den Mündungsgebieten der in 
den Indischen Ozean wie in die großen Seen gehenden Flüsse 
gebaut wird. Ausgeschlossen ist die Reiskultur von dem außer- 
tropischen Südafrika. Alle afrikanischen Kolonialregierungen 
bemühen sich, dem Reisbau Ausdehnung zu verschaffen, um die 
sehr erhebliche Einfuhr aus Vorderindien und Burma einzu- 
schränken. Besonders groß ist der Reiskonsum in Südafrika, 
wo viele Chinesen und Inder leben. 
3. Amerika. 
A. Südamerika, Westindien, Mittelamerika. 
Obwohl in großen Gebieten dieses Erdteils der Mais noch die 
Grundlage der Volksernährung bildet, hat der Reis doch eine
	        
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