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Die Reiskultur in den Südstaaten der Union hat ihre Ver-
breitung im Laufe der Zeit wesentlich verschoben. Während
vor dem Bürgerkriege Nord- und Südcarolina ihre Hauptsitze
waren, hat sie seitdem ihren Schwerpunkt nach Louisiana und
Texas verlegt. Das Wiederaufblühen der Kultur in jenem
ältesten Lande des amerikanischen Reisbaus ist dadurch ver-
hindert worden, daß sie sich dort auf niemals gänzlich trocken-
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Abb. 14. Javanisches Reismesser zum Ernten der einzelnen
Rispen.
(Aus: Tropenpflanzer, 16. Jahrg., 1912. Verlag des Kolonial-
Wirtschaftl. Komitees, Berlin.)
zulegende Alluvialböden beschränkte, auf denen Maschinen-
arbeit unmöglich ist; die Handarbeit ist nach der Aufhebung
der Sklaverei aber zu teuer für den Reisbau geworden. Aus dem-
selben Grunde ist in Georgia der Anbau des Wasserreises nach
dem Sezessionskriege zum guten Teil in den Anbau des Trocken-
reises übergegangen. Louisiana liefert heute mehr als die Hälfte
des in den Vereinigten Staaten erzeugten Reises. Sonst finden wir
die Reiskultur in geringem Maße noch in Texas und Florida,
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