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diesem Übelstande durch ausgedehnte Bewässerungswerke begegnet.
Der Hauptsitz der spanischen Reiskultur ist die Provinz
Valencia, außer ihr Katalonien und Murcia. Ganz besonders
gute Bedingungen findet der Reis im Ebrodelta. Die Durchschnittserträge
sind in Spanien sehr hoch, übertreffen bei weitem
den Durchschnitt der asiatischen Länder, selbst den Nordamerikas,
sie kommen denen Italiens nahe, ja übertreffen nach
den neueren Angaben auch sie, was für eine sehr sorgfältige Bewirtschaftung
spricht.
In Portugal überschreitet die Reiskultur in der Provinz
Coimbra den 40. Breitengrad und ist außerdem noch hauptsächlich
in Evora und Porto Alegre verbreitet. Der Durchschnittsertrag
ist kaum halb bis drittel so groß wie in Spanien.
In Italien erreicht die Reiskultur auf der ganzen Erde ihre
nördlichste Grenze; überschreitet sie doch hier den 45. Breitengrad.
Das ist begründet in den außerordentlich günstigen natürlichen
Bedingungen. Die Sommertemperatur bleibt in der Poebene
einige Monate mit Sicherheit über 20°C. Die Niederschläge
sind zwar nicht allzu hoch — sie betragen im Mittel
für das Pogebiet etwa 810mm —, doch wird dieser Mangel durch
ein ausgedehntes künstliches Bewässerungssystem wettgemacht,
das von den wasserreichen Alpenflüssen gespeist wird. Der Reisbau
hat daher in der Poebene, vor allem in der Lombardei und
in Piemont, große Verbreitung gefunden, aber auch in den
Provinzen Venezia und Emilia. Außerdem wird in Toscana und
Sizilien in kleinen Mengen Reis gebaut. Die Ernteerträge von
der Fläche sind in Oberitalien so hoch wie sonst wohl nirgendwo
auf der Erde, abgesehen vielleicht von Spanien. Die Gesamtproduktion
Italiens an Reis ist so groß, daß größere Mengen zur
Ausfuhr kommen, die hauptsächlich nach Argentinien, Österreich,
Ungarn, Uruguay, der Türkei, Schweiz und Griechenland
gehen, zum kleinen Teil auch nach Frankreich, Großbritannien
und Deutschland.
Reisbau-Versuche, die in Südungarn, Illyrien und Südfrankreich
angestellt worden sind, haben keinen Bestand gehabt.
Winkler, Reis (Monograph. z. Landwirtsch. warm. Länd.). Bd. II
RR