Full text : Reis

1.
Indien, wenn die Monsunregen zu schwach einsetzen oder sich
verspäten. Doch ist die Verteilung der Niederschläge auch für
den Wasserreis von der höchsten Bedeutung; in der Zeit der
Ernte darf es nicht übermäßig regnen, da sonst großer Schaden
entstehen kann durch Erhöhung der Erntekosten, Herabsetzung
der Beschaffenheit oder selbst durch gänzlichen Verlust der
Ernte. Diese Verhältnisse werden in den Tropen auf die Saatzeit,
 in den Subtropen auf die Wahl kurz- oder langlebiger Sorten
immer einen großen Einfluß ausüben. — Weitere Angaben über
das Klima s. im Abschnitt V „Geographie und Statistik“.
C. Boden. Bei der Beurteilung der Reisböden spielt ihre chemische
 Zusammensetzung eine geringere Rolle als ihre physikalische
 Beschaffenheit (73, S. 11). Copeland (43, S. 48) sagt
sogar, einen physikalisch geeigneten Boden könne man unbedenklich
 für Reis verwenden, denn seine chemischen Unzulänglichkeiten
 ließen sich durch Anwendung von Dünger ausgleichen.
Mit Ausschluß des Torf-, Moor-, unfruchtbaren Sand- oder
Geröllbodens nimmt der Reis mit allen Bodenarten vorlieb.
Die mäßig schweren, von Natur reichen Ton- und Lehmböden
liefern die höchsten Erträge; aber auch der junge Schwemmlandboden
 in Flußniederungen eignet sich vorzüglich für den
Anbau. So trifft man im östlichen Java, südlich von Surabaya,
in der Residentschaft Passuruan, einen schwarzen Schwemmboden
 vulkanischer Herkunft, der außerordentlich reich an
Phosphorsäure ist. Er bringt erstaunlich hohe Ernten und ist
als bester Kulturboden auf Java anzusehen. Kalkgehalt des
Bodens scheint das Reiswachstum günstig zu beeinflussen. Auf
salzhaltigem Boden gedeiht der Reis im allgemeinen nicht,
Doch hat P. Ammann bei Richard-Toll am Senegal eine wilde
Reisart auf Salzboden entdeckt, die, wenn sie kulturwürdig sein
sollte, für solchen Boden in Betracht käme. Auch sonst gibt es
einige Kulturvarietäten, die Kochsalz bis zu einem gewissen Grade
ertragen; einigen Sorten auf den Philippinen und in Brit.-Indien
dient das Brackwasser der Flußmündungen als Irrigationswasser.
Als gute Reisböden in Indien werden angegeben: Kalk, kalkreicher
 Humus, sandiger, an organischen Bestandteilen reicher
Winkler, Reis (Monograph. z. Landwirtsch. warm. Länd.). Ba. IIL. 9

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