20
sich selbst, dann läßt man den Boden ein Jahr brach liegen,
pflügt wiederholt um und bringt wieder Reis auf den Acker.
Wo es die Vorflutverhältnisse gestatten, ist die Drainierung sol-
chen Geländes sehr lohnend. 1—1!/, Fuß lange Bambusrohre
haben sich als Ersatz der Tonröhren sehr bewährt. Sie sind
zwar weniger dauerhaft als jene, aber dauerhafter und auch
wirksamer als Faschinen- oder Steindrainage, da man das für
die abzuführende Wassermasse erforderliche Kaliber in gleicher
Weise wie bei Tonröhren anwenden kann (56, S. 129).
Im übrigen gestaltet sich die Bodenbearbeitung sehr ver-
schieden für den Trockenreis und den Wasserreis.
Der Trockenreiswirdin den Gegenden Südostasiens, wo noch
Urwald die Gebirge bedeckt, wie in Siam, Hinterindien, Sumatra,
auf der Malaiischen Halbinsel, den Philippinen durch ein in den
Schan-Staaten „taungya‘‘ genanntes System fast reinen Raub-
baues gewonnen. Der Wald wird geschlagen und niedergebrannt
und so ein Boden hergerichtet, der einige Jahre ohne mühevolle
Bearbeitung seinen Ertrag gibt. Ist er ausgesogen, dann geht der
primitive Ackerbauer weiter, um einem andern Waldstück das-
selbe Schicksal zu bereiten. In den Schan-Staaten hat man ver-
sucht, durch Düngung und geordneten Fruchtwechsel das Land
unter dauernde Kultur zu bringen. In den Vereinigten Malai-
ischen Staaten ist der Anbau des Trockenreises Einschränkungen
durch die Regierung unterworfen, um die Waldverwüstung zu
verhindern. Neben diesem Verbot bemüht man sich ebenfalls
durch förderliche Maßnahmen gegen die bei den Eingeborenen
durch jahrhundertelange Übung festgesetzte Gewohnheit anzu-
kämpfen, z. B. durch Kalken und organischen Dünger, ver-
bunden mit Fruchtwechsel, den Boden dauernder Benutzung
zuzuführen. Übrigens hat man hier die Erfahrung gemacht, daß
infolge des Brennens der Boden durch erhöhte Bakterientätig-
keit (weil die auf den Bakterien schmarotzenden Protozoen durch
das Brennen zum größten Teil vernichtet werden, die Bakterien
aber nicht) stickstoffreicher wird (112 und 113). Außerdem ist
auf solchem frischen Boden der Wettbewerb der Unkräuter und
die Schädigung durch Krankheiten herabgesetzt. Auf den