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eines italienischen Reisfeldes s. 105, S. 48, Fig. 26). Zu den sorg-
fältigsten Terrassenbauten gehören die der Igorots in Nord-
Luzon (43, die Titeltafel und die Tafel bei S. 242). Am nächsten
kommen ihnen die Bewässerungsanlagen in Lombok und Yunnan.
Die Höhe und Breite der Dämme ist von den verschiedensten
Umständen abhängig; in erster Linie von der Größe des ein-
gedeichten Faches und von der Stauhöhe: kleine Fächer und
niedrige Stauhöhe erfordern weniger hohe und schwächere
Dämme als große Fächer und höhere Stauung. Auch die Bindig-
keit des Bodens spielt eine Rolle. Die Dämme sind daher in den
einzelnen Reisbauländern sehr verschieden; in Italien z. BD.
weniger steil und viel breiter als in Java, an der Sohle 1!/,—2 m,
an der Krone 50—60 cm breit. (82, S. 151.) Denn eine Stauhöhe
von 30 cm ist in Italien keine Ausnahme, während in Java eine
solche wohl nie erreicht wird. In Ländern mit Großkultur, wie
Italien, sind diese Dämme um die Reisfelder keine langlebigen
Bauwerke. Wenn in der Fruchtfolge Weizen, Raps usw. an die
Reihe kommt, bilden sie bei der Bearbeitung der großen Felder
und bei der Ernte nur Hemmnisse, werden deshalb niedergelegt
und vor der nächsten Reiskultur wieder errichtet. Um diese
kostspielige Arbeit zu vermeiden, haben amerikanische Sach-
verständige geraten, die Flanken der Dämme so schräg zu legen,
daß Maschinen, die zur Feldbestellung und Erntearbeit dienen,
sie überwinden können. In Kalifornien wendet man zum Formen
der Dämme Maschinen an, sog. „checker‘“ (43, S. 170 u. 212).
Da das Stauwasser aus Brunnen, größeren stehenden Wasser-
ansammlungen oder meist aus Bächen und Flüssen entnommen
wird, ist die Hauptvorbedingung für die Bewässerung der Reis-
felder die Anlage eines ausgedehnten Leitungssystems. In
China, das von Natur mit einem vorzüglichen, im Laufe der lan-
gen Kultur durch zahlreiche Kanäle noch erweiterten Wasser-
netz ausgestattet ist, sind die Bewässerungsanlagen im allge-
meinen ziemlich rückständig und entsprechen einer jahrtausende-
langen, jeder Neuerung abholden Tradition.
Auf Java werden kleinere Kanalsysteme, die dort genügen,
wo ein von einem Fluß durchströmtes, nicht zu breites Tal be-