Full text: Reis

stoffen bedeutend langsamer ab, und in den letzten Feldern ist 
nur noch eine ganz geringe Änderung zu bemerken. Doch ist 
die Größe des Schlickabsatzes in hohem Maße veränderlich, so- 
wohl durch die Höhe des Wasserstandes wie besonders durch die 
Schnelligkeit der Strömung. Der hohe Schlickverlust beim 
Durchströmen des ersten Feldes ist wohl durch das Absetzen 
aller gröberen Schlickteilchen zu erklären. Der Gehalt des 
Schlickes an den für die Pflanzen besonders wichtigen Stoffen 
war verhältnismäßig hoch und hielt sich in den einzelnen Feldern 
prozentual etwa gleich; nur enthält der gröbere Schlick des ersten 
Feldes wesentlich weniger Phosphorsäure als der feinere Schlick 
der folgenden Felder. Absolut betrug die Menge der Nährstoffe 
in dem sechsten Felde nur noch !/,,—!/30 der des ersten. Über- 
raschend scheint die Tatsache, daß der Ernteertrag der letzten 
Felder gegenüber dem der ersten nıcht einen ähnlich starken 
Abfall zeigt wie der Nährstoffgehalt des Schlickes. Doch ist das 
leicht erklärlich. Einmal nämlich ist die Schlickanhäufung in 
den ersten Feldern so groß, daß vermutlich nur ein geringer Teil 
von den Wurzeln aufgeschlossen und verwertet werden kann; 
dann aber steht der Pflanze noch eine weitere Nährstoffquelle 
«zur Verfügung: das Berieselungswasser selbst. In diesem sind 
abo>r dıe Nährstoffe in gelöster Form enthalten und können des- 
ha‘) ceradezu durch die Wurzeln der Pflanzen aufgenommen 
wor >n, Allem Anschein nach werden denn auch die im Wasser 
getästen Nährstoffe in erster Linie dem Verbrauch zugeführt; 
ir? Menge wirkt deshalb in gewissem Maße bestimmend auf 
das Ernteergebnis ein. Von den im Schlick befindlichen Nähr- 
staffen wird dagegen augenscheinlich ein großer Teil zunächst 
nicht verwertet werden können und muß deshalb brach liegen, 
vor allem dort, wo es sich um solche großen Massen wie in den 
ersten Feldern des javanischen Versuches handelt. 
Obwohl die gelösten Nährstoffe meist nur in mäßigen Men- 
gen im Wasser vorhanden zu sein pflegen, so kommt es doch 
auch vor, daß an manchen Örtlichkeiten ein Zuviel an bestimm- 
ten Stoffen eintritt. Dies kann sich z. B. in der Nähe mensch- 
licher Siedlungen zeigen, wo große Mengen stickstoffhaltiger 
Winkler, Reis (Monograph. z. Landwirtsch. warm. Länd.). Ba. III. +
	        
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