reiche Algenvegetation, die den nun eingebrachten Jungfischen,
die eine Länge von 3—4 cm besitzen, reichlich Nahrung bietet.
In etwa zwei Monaten sind die Fische auf ungefähr 12 cm Länge
und 3—4 cm Breite herangewachsen und haben die für den
Verbrauch erforderliche Größe. Jetzt werden die Sawahs ab-
gefischt und für die nächste Reispflanzung in Bearbeitung ge-
nommen. Wegen der kurzen Dauer dieser Fischkultur schiebt
man sie gern dann ein, wenn nach der Reisernte die Zeit für die
neue Reispflanzung nicht günstig erscheint: wenn z. B. die Ernte
bei sofortiger Pflanzung mitten in die Hauptregenzeit fallen
würde, was man natürlich wegen der damit verbundenen Nach-
teile möglichst vermeidet (121, S. 536). Bei Versuchen mit der
„Reisfischzucht‘‘, die in neuerer Zeit in Madagaskar angestellt
worden sind, wurden Goldfische, Madagaskar-Barsche und
‚„Marakelle‘‘ empfohlen. Auch in Italien werden die Reisfelder
zur Zucht von Karpfen benutzt, die beim Trockenlegen in Fisch-
teiche überführt werden, welche keinem italienischen Reisgut
fehlen (82, S. 169). — Daß Fischzucht wegen der damit ver-
bundenen Luftabsperrung des Bodens den Reisfeldern weniger
zuträglich ist als die trockene Zwischenkultur von Feldfrüchten,
liegt auf der Hand. Die geringe Düngung, die den Feldern durch
die Fische zuteil wird, kommt dagegen wohl kaum in Frage.
Zwischenkulturen sind im allgemeinen, wie beim Getreide
überhaupt, auch beim Reisbau nicht üblich. Zuweilen sät man
Gründüngungspflanzen, in Italien auch Weizen so aus, daß ein
Teil ihrer Vegetationszeit gemeinsam mit der des Reises auf
demselben Felde verläuft. Ferner baut man auf Java oftmals
abwechselnd mit Reis Reihen von Mais, Sorghum, Sesam,
d. h. Pflanzen, deren Vegetationsdauer der des Reises entspricht,
oder wenig kürzer bzw. länger als diese ist. Man kann im letz-
teren Falle dreimal Ernte abhalten, indem man nach 3—4 Mo-
naten mit der des Maises beginnt, dann die des Paddi (Reis)
folgen läßt und schließlich nach 5—6 Monaten den Sesam oder
eine andere entsprechende Frucht erntet. Mais und Coix
lacryma nennt Jack als Zwischenkulturen in den trockenen
Reisfeldern auf der Malaiischen Halbinsel.
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