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Saat herrschen dagegen noch verschiedene Ansichten. Früher
wurden die Saatbeete wohl allgemein einige Zentimeter tief
unter Wasser gesetzt; doch zieht man jetzt, um gedrungenere,
kräftigere Sämlinge zu erzielen, eine weniger starke Bewässerung
vor, bei der die Beete selbst nicht überflutet werden, sondern
das Wasser nur in den Wegen zwischen den Beeten steht (die
etwa 1—2 Fuß breit und !/,—1 Fuß tief sind) und gerade bis
zu deren Rande reicht.
Schließlich kann man die Keimlinge aber auch ganz trocken
kultivieren; d. h. es wird, sofern nicht genügend Regen fällt,
nur so viel Wasser zugeführt, wie die jungen Reispflanzen gerade
für ihre Entwicklung nötig haben. Es ist ohne weiteres ver-
ständlich, daß derartig kultivierte Reispflanzen viel langsamer
wachsen als solche, die auf nassen Beeten stehen. Während die
letzteren nach 30—40 Tagen die zum Auspflanzen notwendige
Größe erreicht haben, brauchen die ersteren bedeutend längere
Zeit hierzu und können deshalb bis etwa 100 Tage auf den Saat-
beeten verbleiben. Dies ist häufig für solche Gegenden von Vor-
teil, in denen man für die Bearbeitung der Sawahs — und zwar
im besonderen der nicht künstlich bewässerten — den Beginn
der Regenzeit abwarten muß. Denn man ist in diesem Falle
oft nicht in der Lage, die Dauer der Bearbeitung im voraus zu
bestimmen, da man nicht weiß, wann eine genügend große
Wassermenge zur Verfügung stehen wird. Ziehen sich infolge
unregelmäßigen oder verspäteten Eintretens der stärkeren
Regengüsse die Arbeiten in die Länge, so werden inzwischen die
Sämlinge auf den nassen Beeten zu groß, hindern sich wegen
ihres geringen Abstandes gegenseitig im Wachstum und leiden
schließlich Nahrungsmangel. Alles dies kann ein Krankwerden
oder wenigstens eine Schwächung der Pflanzen und in der Folge
eine schlechtere Weiterentwicklung bedingen. Hingegen ist man
bei Verwendung der auf trocknen Saatbeeten gewachsenen
jungen Reispflanzen wegen ihrer langsamen Entwicklung
weniger an einen bestimmten Zeitpunkt gebunden und kann
diese deshalb ruhig einen Monat länger, als zunächst beabsichtigt
war, auf den Saatbeeten stehenlassen.
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