Full text: Reis

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In höher gelegenen Gebirgsgegenden Javas, z. B. in der Um- 
gebung von Lembang (1200 m), werden die Keimpflanzen auch 
auf den nassen Saatbeeten 70—100 Tage gelassen; anderseits 
pflanzt man auf den sehr fruchtbaren Böden des Unterdistrikts 
Djuntinjuat bereits nach 20—25, ja sogar nach 18 Tagen aus, 
ein Verfahren, das die Regierung zu verhindern strebt. Stellen- 
weise läßt man spätreife Sorten länger auf den Saatbeeten als 
frühreife (61, S. 9—10). 
Auch auf die Schnelligkeit des Anwachsens nach dem Aus- 
pflanzen hat die Vorkultur einen großen Einfluß. Pflanzen von 
nassen Saatbeeten haben meist eine Zeitdauer von etwa 14 Tagen 
notwendig, um sich zu erholen und ihr Wachstum wieder auf- 
nehmen zu können, während Pflanzen von trocknen Beeten 
nach 3—7 Tagen zu wachsen beginnen. Dies hängt in der Haupt- 
sache damit zusammen, daß die Befähigung zur Neubildung 
von Wurzeln bei letzteren Pflanzen bedeutend größer ist als 
bei ersteren. Auch die Bestockung nach dem Auspflanzen soll 
bei den trocken verkultivierten Sämlingen intensiver als bei den 
aus nasser Kultur stammenden erfolgen. Wegen dieser Vorteile 
scheint die Trockenkultur der Sämlinge auch mehr und mehr 
in Aufnahme zu kommen. 
Um die Pflanzen beim Herausziehen aus dem Boden nicht zu 
verletzen, müssen bei trockner Kultur die Beete am Tage vorher 
gründlich bewässert werden, bis das Erdreich hinlänglich er- 
weicht ist. Das Herausnehmen der jungen Pflanzen aus dem 
Saatbeete erfolgt meist schon am Tage vor dem Verpflanzen. 
Sorgsam wird hierbei Pflänzchen auf Pflänzchen einzeln aus dem 
Boden gezogen, um die zarten Wurzeln nicht zu verletzen. 
Vergleichende Beobachtungen des Wurzelsystems in den ver- 
schiedenen Saatbeeten und die daraus sich ergebenden Vorteile, 
auch solche über die Wirkung der Wurzelverletzung beim Aus- 
reißen, sind noch nicht angestellt worden, wären aber sehr er- 
wünscht. — Ist eine Handvoll Sämlinge gesammelt, so spült 
man das an den Wurzeln haftende Erdreich ab und bindet eine 
größere Partie mit aufgeweichtem Reisstroh oder Pisangbast zu- 
sammen. Schließlich werden die Blätter der gebündelten Pflan- 
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