66
die Reispflanzen auf dem Felde selbst beeinträchtigen, manch-
mal vollständig ersticken, teils die Zuleitungswege des Be-
rieselungswassers verstopfen können, besonders wenn sie lange
unterirdische Ausläufer bilden. Natürlich gibt es auch eine
ganze Anzahl von Unkräutern, die nicht zu den Wasser-
pflanzen zu rechnen sind. Jacometti zählt aus den italienischen
Reisfeldern 150 Unkräuter auf (105, S. 68—78; 83, 2. Bd., 955):
Einige Gräser werden dadurch dem Reise besonders gefährlich,
daß sie ihm im sterilen Zustande sehr ähnlich sehen und daher
durch Jäten schwer zu entfernen sind, z. B. die Reisquecke,
Leersia oryzoides, auch der flutende Schwaden, Glyceria
fluitans. Ganz besonders verhaßt sind dem Reisbauer die
wilden Urformen des Reises selbst, z. B. die verschiedenen
Formen des „roten Reises‘““ (red rice), die erst im fruchtenden
Zustande erkannt werden können, da sie vegetativ dem Kultur-
reis völlig gleichen, ihre Rispen aber schlaff, offen, leicht zurück-
fallend sind und verhältnismäßig wenige Früchte tragen. Diese
lästigen Reisvarietäten, die man in Italien riso „crodo‘“ oder
„selvatico‘“ nennt, können bei starkem Auftreten die Kultur
geradezu unmöglich machen. Sehr hinderlich wird dem Reise,
besonders in seinem ersten Entwicklungsstadium, die Hühner-
hirse, Panicum (oder Echinochloa) crus galli, die sich nur
durch Jäten vor dem Schossen des Reises entfernen läßt. Aus
Italien, Kalifornien und anderen Reisbaugebieten wird dieses
Gras als gefährlicher Schädling der Reisfelder angegeben. In
der Reisliteratur tritt es unter folgenden Namen auf: barn
yard grass; herbe des cours de granges, millet des cours de
granges, millet pied-de-poule; panicastrella; djawan (malalisch).
Sehr ausführliche Mitteilungen über seine Bekämpfung macht
Copeland (43, S. 183 u. f.). Selbstverständlich ist auch das
schwer ausrottbare Schilfrohr (Phragmites communis) ein
Feind der Reiskultur. — Als besonders lästig müssen noch ge-
wisse Algen erwähnt werden, die die Wasseroberfläche der Reis-
felder mit einer Haut überziehen.
Die Gefährlichkeit der Reisunkräuter beruht zwar auch auf
ihrer Konkurrenz hinsichtlich der Nährsalze des Bodens; in