nach der Reisblüte vorgenommen wird. Entsprechend der Auf-
blühfolge sind die unteren Früchte jedes Rispenastes und der
ganzen Rispe etwas jünger als der oberen und daher im Reife-
zustand hinter diesen etwas zurück. Lästiger für die Ernte ist
das ungleichmäßige Reifen der einzelnen Pflanzen auf einem
und demselben Felde. Es gibt wohl mehrere Ursachen dieser
Erscheinung. So kommt ungleichmäßige Bodenbeschaffenheit
und Bewässerung, wahrscheinlich auch der unregelmäßige Stand
der Pflanzen nach breitwürfiger Saat in Frage, ferner das Nach-
setzen eingegangener Pflanzen. Natürlich reift die Rispe des
Haupthalms früher als die der Nebenhalme. Die Hauptursache
aber liegt wohl in dem Sortengemisch, das in der Regel ein Feld
erfüllt; sie läßt sich durch Anbau reiner Linien ausschalten.
Beim Mähen mit Sensen oder Maschinen kann man auf das un-
gleichmäßige Reifen keine Rücksicht nehmen, wie es dort ge-
schieht, wo jede Rispe einzeln geschnitten wird, z. B. in Java.
Man pflegt hier eine Haupt- und eine Nachernte, gelegentlich
auch eine Vorernte in Abständen von je einer Woche abzu-
halten. Die geschnittenen Rispen werden dabei zunächst auf
den Sawahdeichen niedergelegt und, wenn das Feld abgeerntet
ist, in Büschel von möglichst gleicher Größe gebunden und auf
einem erhöhten Platz oder auf trockengelegten Sawahs auf-
gestellt. Je nach dem Grade der Reife und nach der Sorte wird
der geschnittene Reis noch eine oder zwei Wochen, mit den
Halmen nach oben, im Freien getrocknet, indem man die Bündel
täglich mehrmals umwendet und durchschüttelt oder auch,
wenn notwendig, aufbindet und ausbreitet. Sobald die Halme
beim Umbiegen knirschen, ohne zu brechen. ist das erforderliche
Maß der Trockenheit erreicht, und der Padi (der rohe, noch an
der Rispe sitzende Reis) kann in die Scheuern gebracht werden.
— Wie schon erwähnt, können die künstlich bewässerten Reis-
felder in den Tropen zu jeder Jahreszeit bestellt und abgeerntet
werden: doch vermeidet man möglichst die Regenperiode als
Erntezeit.
In außertropischen Gebieten fällt die Ernte natürlich in den
Herbst, in Italien z. B. in günstigen Jahren in den September
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