und die erste Hälfte des Oktober, in ungünstigen zuweilen viel
später. Durch die tiefere Temperatur, die später im Herbste
herrscht, wird das Reifen verzögert, so daß ein verhältnismäßig
kleiner Unterschied in der Saatzeit sich durch viel späteres Reifen
rächen kann. In sehr ungünstigen Jahren soll es vorkommen,
daß spätreife Felder erst im Beginn des Winters abgeerntet wer-
den (82, S. 167).
Das Schneiden geschieht in Italien noch größtenteils in
alter Weise durch Frauen mit der Sichel. Die rispentragenden
Halme werden mit der linken Hand zusammengefaßt, in die
Krümmung der Sichel geleitet und so tief abgeschnitten, daß
eine 30—40 cm hohe Stoppel stehen bleibt. Auf diese werden
die geschnittenen Rispenbüschel zunächst gelegt. Bei günstigem
Wetter trocknen sie, da sie luftig liegen, in drei Tagen so weit
aus, daß sie durch Frauen zu größeren Garben zusammengebun-
den werden können, was mit rohen, bastartigen Fäden geschieht.
Zu Stiegen werden diese Garben nicht zusammengesetzt, sondern
sie bleiben ebenfalls auf der Stoppel liegen; sie haben nur den
Zweck, das Beladen der Erntewagen zu erleichtern. Das Ein-
fahren geschieht dann auch sofort.
Da in den Reisgebieten Italiens als Wechselfrucht andere
Getreidearten, hauptsächlich Weizen, gebaut und vielfach mit
Mähmaschinen. geerntet werden, hat man natürlich versucht,
solche auch beim Reisbau zu verwenden, bisher aber ohne viel
Erfolg. Auf noch nicht ganz trocknem Boden versagen sie oft
durch Einsinken gänzlich. Man hat dem dadurch zu begegnen
gesucht, daß man die Maschinen auf Schlitten gesetzt, zusammen
mit einem kleinen Motor, der die zum Schneiden und Binden
nötige Kraft liefern sollte. Dieses Verfahren hatte noch den
Vorteil, daß die Mähmaschinen auch Deiche und kleine Gräben
passieren konnten, Auf andere Weise wird das Einsinken der
Maschinen durch eine Konstruktion von Alfonso Balbo
Bertone, Turin, vermieden. Das große hölzerne Rad wird mit
einem hohlen gußeisernen Hemmschuh versehen, dessen Unter-
seite 2—3 Zoll über dem unteren Rande des Rades steht (105,
S. 79—82, Abb. 69 u. 70). Auf trocknem Boden können die
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